Riesenwirbel in der Metalszene: Manowar treten nicht beim "Hellfest" auf

Die Band Manowar sagte kurzfristig ihren Auftritt beim "Hellfest" in Frankreich ab - obwohl die Musiker am Tag vor dem seit Monaten geplanten Gig vor Ort waren. Was ist da los?

Sie kamen, sahen ... - und sie beschlossen, nicht aufzutreten: Die US-Band Manowar, die selbsternannten "Kings of Metal", waren eines der ganz großen Zugpferde beim diesjährigen "Hellfest" im französischen Clisson. Doch nun sagte die Kulttruppe um Sänger Eric Adams und Bassist Joey DeMaio den für Freitagabend geplanten Auftritt als Headliner kurzfristig ab. Im Internet, etwa auf den Facebookseiten des Festivals und der Band, zeigten sich die Fans überwiegend schwer enttäuscht. Teilweise wurde die Band für die Entscheidung wüst beschimpft. Doch was steckt dahinter?

Auf der "Hellfest"-Facebookseite hieß es am Freitagnachmittag: "Trotz ihrer Anwesenheit am 20. Juni auf dem Festival haben sich das Team und die Manowar-Mitglieder dazu entschlossen, das Festival wieder zu verlassen. Das Konzert von Manowar, das für diesen Freitag, den 21. Juni angesetzt war, wird aus Gründen abgesagt, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Es tut uns aufrichtig leid für alle Fans dieser Band und vor allem für alle Fans des Hellfests." Dem entgegen steht ein Post auf der offiziellen Manowar-Facebookseite, in dem die Band klarstellt: "Seid euch sicher, dass die Wahrheit herauskommen wird". Manowar schreiben, die Hellfest-Organisatoren hätten ihre "Bemühungen behindert, die epische Show, die wir versprochen hatten, hinzustellen", und dass, entgegen anderslautender Meldungen, der Veranstalter sehr wohl die Kontrolle über die Umstände hatte, die den Auftritt verhindert hätten. "Unsere französischen Fans und die Presse wissen, wenn Manowar nach Frankreich kommen und nicht auftreten können, liegt die Schuld nicht bei uns." Schließlich würde die Band immer dafür kämpfen, 100 Prozent bieten zu können.

Fans, die die Band zuletzt auf ihrer "The Final Battle World Tour" erleben konnten, werden an diesen Worten sicherlich nicht zweifeln. Manowar boten in unzähligen ausverkauften Konzerten eine Show der Extraklasse - kompromisslos auch in Sachen Professionalität. Warum nun ein Rückzieher gemacht wurde, ist vielen "Manowarriors" zunächst dennoch schwer erklärlich. Unter ihrem Post ernteten Manowar reichlich Wut ("Money, money, money - that's all manowar wants. Leave the hall and never comeback!") und Spott ("Other bands play, Manowar leave").

Die True-Metal-Ikonen aus den Staaten werben in dem Statement um Verständnis: "Wir wollen, dass ihr wisst, dass alles, was wir tun, für unsere Fans ist." Aber man werde "niemandem erlauben, die Qualität unserer Shows zu reduzieren". Das letzte Wort scheint in dieser Sache noch nicht gesprochen.

Beim "Hellfest" haben die Veranstalter indes schnell zu einer pragmatischen Lösung gefunden. Statt Manowar werden nun Sabaton die Mainstage rocken. Die schwedische Band, die bereits am Donnerstagabend zur Hochform auflief, soll, so werben jedenfalls die Festival-Macher, sogar noch ein längeres Set spielen als am Vorabend. Doch so beliebt die Military-Powermetaller auch sein mögen, die erzürnten Manowar-Fans wird der Sabaton-Gig kaum besänftigen. (Der TV-Sender ARTE überträgt auf seiner Homepage noch bis Sonntag, 23. Juni, ausgewählte "Hellfest"-Konzerte).