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Sieben Lordi-Alben auf einen Streich: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Deep Purple, Das Lumpenpack und Lordi, die sieben Alben auf einen Schlag veröffentlichen: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Ein neues Album von Lordi, oder eben genau das nicht. Die finnischen Gruselrocker veröffentlichen zeitgleich sieben Platten aus ihrer fiktionalen Vergangenheit, die bis in die Disco-Ära zurückreicht. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Deep Purple und Das Lumpenpack.

Lordi - Lordiversity

Als 90er-Jahre-Band ein fiktionales Best-of aufzunehmen, das bis in die 70-er zurückreicht, ist die eine Sache. Dann auch noch den kompletten fiktionalen Backkatalog nachzureichen, eine ganz andere. Aber Lordi ziehen den Gag gnadenlos durch. Nach dem 2020er-Best-of "Killection" kommt nun also "Lordiversity". Die finnischen Gruselrocker veröffentlichen sieben Alben auf einen Schlag, 80 Songs insgesamt.

Er habe die Pandemie-Zeit sinnvoll nutzen und neue Musik aufnehmen wollen, erklärt Mr. Lordi in einem Presseschreiben. "Dann stellte ich allerdings fest, dass es nichts Langweiligeres gäbe, als ein reguläres Lordi-Album zu machen." So wird nun auf die Spitze getrieben, was im Januar 2020 mit "Killection" begann. Nicht nur ein einziger Song aus der Disco-Ära von Lordi, sondern ein ganzes Disco-Album. Ein ganzes Partyrock-Album. Ein ganzes Thrash-Metal-Album. Und so weiter. Was für ein absurdes, was für ein irres Projekt. Und nebenbei, wenn man den Witz mit der Musik "von früher" mal ausklammert, wohl auch ein Rekord: Lordi dürften mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Band der Geschichte sein, die sieben neue Studioalben auf einmal veröffentlicht.

Deep Purple - Turning To Crime

Deep Purple haben inzwischen über 50 Jahre Rockbusiness auf dem Buckel, aber sie wollen und wollen einfach nicht müde werden. Erst im August 2020 schloss die Kultband mit "Whoosh!" eine recht ambitionierte und erneut sehr erfolgreiche Album-Trilogie ab, jetzt kommt schon wieder etwas Neues. Deep Purple haben sich den Spaß eines reinen Cover-Albums gemacht, das sie "Turning To Crime" nennen.

Auf eine stilistische Linie haben Deep Purple bei der Songauswahl bewusst verzichtet, um sich stattdessen in unterschiedlichste musikalischen Richtungen auszutoben. "7 And 7 Is" klingt genauso laut und rau wie das Original der 60er-Garage-Band Love, den Ray-Charles-Klassiker "Let The Good Times Roll" schmettern die Briten mit pompösem Big-Band-Sound. Daneben gibt es auch Lieder von Bob Dylan, Fleetwood Mac und The Yarbirds, man hört Art Rock, Boogie-Woogie, Swing und Jazz. Eine echte Spaß-Platte, die nichts will und alles kann, vorgetragen von immer noch verdammt guten Musikern.

Das Lumpenpack - Emotions

Sie erfinden sich immer wieder neu, sie werden von Jahr zu Jahr erfolgreicher. Das Lumpenpack waren vor knapp zehn Jahren noch die zwei jungen Sprach-Akrobaten Jonas Frömming und Maximilian Kennel, die damals in der Poetry-Slam-Szene für Furore sorgten und mehrere süddeutsche Meisterschaften gewannen. Ein wenig später traten die beiden dann als Singer/Songwriter auf und räumten einige Kleinkunst-Preise ab. 2020, ein Jahr nach dem ersten Album mit nennenswertem Chart-Erfolg ("Eine herbe Enttäuschung", Platz 14) wurde dann abermals der Reset-Kopf gedrückt: Frömming und Kennel holten sich drei weitere Musiker ins Lumpenpack-Team, das ehemalige Poetry-Slam-Duo ist jetzt eine Rockband.

Mit "Emotions" präsentiert Das Lumpenpack nun sein erstes Album als fünfköpfige Rock-Formation. Gitarre, Bass, Schlagzeug, eingängige Melodien, alles nicht zu hart und recht leicht zu verdauen. Nur die Texte mitten aus der komplexen Gefühlswelt junger Menschen, die fordern den Hörer nach wie vor. So wie in "Einfache Gefühle", einem Kernstück des neuen Albums: bitte frische Luft, bitte überall 5G, bitte veganes Essen und einen Mittelklasse-Wagen zum Einkaufen. "Ich wohne jetzt im Wald, hier gibt's alles, was ich brauch' / Dank der neu geteerten Straße findet Hermes mich jetzt auch." Witzig, unangepasst, smart: Von diesem Lumpenpack wird man, mit oder ohne Rock-Gitarre, sicher noch einiges hören.