"Unglaubliches Ergebnis": Superstars und Politik sammeln Milliardensumme im Kampf gegen Corona

Miley Cyrus, Hugh Jackman, Coldplay, Rihanna ... Eine Riege internationaler Superstars rührte bei "Global Goal: das Konzert" die Spendentrommel zur Pandemiebekämpfung. Am Ende stand eine Milliardensumme. Der größte Anteil kommt aus der EU.

Es sind keine Zeiten, in denen Benefizkonzerte im Stadion stattfinden können. Doch zum Glück gibt es Videoschalten. Moderiert von Dwayne "The Rock" Johnson und unter dem Titel "Global Goal: das Konzert" trat am Samstagabend (mitteleuropäischer Zeit) eine Riege internationaler Superstars virtuell zusammen. Das Ziel: mehr Gleichheit und Gerechtigkeit und vor allem ein rascher Fortschritt in der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie.

Miley Cyrus sang in einem leeren Stadion den Beatles-Hit "Help!", auch Rihanna, Justin Bieber, Coldplay und Usher beteiligten sich mit musikalischen Beiträgen. Daneben meldeten sich Weltstars aus Film, Sport und Mode zu Wort. "Hangover"-Schauspieler Ken Jeong mahnte, nicht Lügen und Mythen auf den Leim zu gehen: "Verleugne nicht die Wissenschaft!" Ex-Nationalspieler David Beckham träumte laut von Fußballspielen vor gefüllten Rängen. Topmodel Naomi Campbell rückte im Pandemiezusammenhang auch die "Black Lives Matter"-Bewegung in den Fokus, schließlich sind Schwarze in den USA überproportional stark von COVID-19 betroffen. Oscar-Preisträgerin Charlize Theron richtete einen Dank an die Staats- und Regierungschefs, die finanzielle Unterstützung im Kampf gegen COVID-19 zugesagt hatten. Namentlich nannte sie Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Emmanuel Macron und den Präsidenten ihrer Heimat Südafrika, Cyril Ramaphosa.

"Wir werden diese Pandemie erst dann besiegen, wenn sie überall besiegt ist"

"Global Goal: das Konzert" war Höhepunkt und Abschluss einer virtuellen Geberkonferenz, die unter EU-Schirmherrschaft das Ziel in den Blick nahm, möglichst schnell einen Impfstoff auch für die benachteiligten Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen. Am Ende kam die Spendensumme von 6,9 Milliarden Euro zusammen. 4,9 Milliarden Euro stammen aus Mitteln der EU. "Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein", forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videoschalte aus dem Berliner Kanzleramt. Für dieses gemeinsame Anliegen sagte sie weitere 383 Millionen Euro zu.

Bereits zuvor hatte die unter EU-Schirmherrschaft im Mai gestartete Kampagne rund 10 Milliarden Euro für eine verteilungsgerechte Impfstoffentwicklung gesammelt. Mit den weiteren zugesagten Mitteln stehen nun rund 16 Milliarden Euro zur Verfügung. Ursula von der Leyen sprach von einem "unglaublichen Ergebnis", mahnte aber auch: "Wir werden diese Pandemie erst dann besiegen, wenn sie überall besiegt ist."