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EM-Kompakt: Viele Favoritensiege und eine deutsche Niederlage

FUSSBALL Der erste Vorrundenspieltag der Europameisterschaft ist durch. BLICK-Sportredakteur Marcus Hengst blickt auf die bisher gelaufenen Partien zurückt und fasst zusammen.

Das Eröffnungsspiel der UEFA EURO 2020 fand vor 12.916 Zuschauern im "Olympico" in Rom statt und in diesem standen sich Italien und die Türkei gegenüber. Merih Demiral erzielte in der 53. Minute das erste Turniertor - allerdings war das ein Eigentor. Anstatt das Augenmerk auf ihrem legendären Catenaccio zu legen, spielte die Squadra Azzurra von Roberto Mancini nach dem Führungstreffer offensiv weiter. Lohn der Mühe waren Treffer durch Ciro Immobile sowie Lorenzo Insigne und damit stand ein souveräner Auftaktsieg zu Buche. Im zweiten Spiel der Gruppe A trafen Wales und die Schweiz aufeinander. Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach Köpfe die Eidgenossen in der 49. Minute verdient in Front, jedoch schluderten die Schweizer mit fortschreitender Spieldauer immer mehr. Kieffer Moore wusste das in der 73. Minute zu nutzen und erzielte vor 30.000 Zuschauern im "Nationalstadion" in Baku den Ausgleichstreffer.

Schock-Moment: Pray for Eriksen!

In der Gruppe B machten Dänemark und Finnland den Anfang. "Danish Dynamite" nahm im heimischen Kopenhagen vor 15.200 Zuschauern direkt das Zepter in die Hand und hatte zahlreiche gute Gelegenheiten. Unmittelbar vor der Pause folgte der absolute Schock-Moment, als Mittelfeldregisseur Christian Eriksen auf dem Platz kollabierte und das Bewusstsein verlor. Der dänische Kapitän Simon Kjaer antizipierte die Situation sofort und leitete lebenserhaltende Maßnahme ein. Infolgedessen sah es anfänglich nach einem Spielabbruch aus, als jedoch nach einer Pause von insgesamt 107 Minuten feststand, dass Eriksen wieder bei Bewusstsein und ansprechbar war, fand die Partie ihre Fortsetzung und mit Finnland einen unerwarteten Sieger. Auch weil Pierre-Emile Höjbjerg kläglich einen Elfmeter gegen den Schlussmann von Bayer Leverkusen, Lukas Hradecky, vergab. Joel Pohjanpalo vom 1. FC Union Berlin hatte nach einer Stunde zum ersten finnischen Sieg bei einer Europameisterschaft getroffen. Das Ergebnis stand aber hinter dem Drama um Eriksen, welcher sich eine Tage später kurz äußerte: "Danke an alle, ich werde nicht aufgeben!"

Zeichen der Solidarität

Im anderen Spiel der Gruppe B standen sich Belgien und Russland gegenüber. Die Kicker der belgischen Nationalmannschaft sowie das Schiedsrichter-Team zeigten vor Anpfiff der Partie den Kniefall, um sich mit der "Black-Lives-Matter"-Bewegung, die sich gegen rassistische Polizeigewalt und Rassismus im Allgemeinen wendet, zu solidarisieren. Einige russische Anhänger in der mit 26.264 Zuschauern gefüllten "Gazprom-Arena" in Sankt Petersburg bedachten die Aktion mit lautstarken Pfiffen. In der zehnten Minute schoss Romelu Lukaku die "Roten Teufel" in Führung; anstatt zu jubeln, sprintete der Stürmer zu einer Kamera und sagte: "Chris, stay strong! I love you!" Lukaku spielt zusammen mit Eriksen bei Inter Mailand - und beide waren maßgeblich daran beteiligt, dass die Interisti nach 2021 wieder italienischer Meister geworden sind. In der 34. Minute erhöhte Thomas Meunier von Borussia Dortmund auf 2:0, das Tor zum 3:0-Endstand steuerte erneut Lukaku bei.

Nicht nur Lukaku schickte Genesungswünsche, sondern das tat ebenfalls der Österreicher Michael Gregoritsch. Nach seinem Treffer zum 2:1 gegen Nordmazedonien hielt er ein Shirt mit der Aufschrift "Eriksen - Stay Strong" in die Höhe. Zur Pause hatte es 1:1-Unentschieden gestanden. Das Team von Franco Foda brachte Stefan Lainer artistisch in der 18. Minute Führung, der historische Ausgleich wiederum war Goran Pandev - mit 37 Jahren einer der ältesten Spieler bei dieser Europameisterschaft - vorbehalten. Nordmazedonien gelang im ersten Spiel bei einer EM gleich der erste Treffer, auf den ersten Punkt müssen sie allerdings noch warten. Am Ende hieß es 3:1 für Österreich, den Schlusspunkte setzte der "Alpen-Zlatan" Marko Arnautovic in der Schlussminute. Für Österreich war es der erste EM-Sieg überhaupt.

Arbeitssieg in Wembley - Torspektakel in Amsterdam

Das mit Abstand beste Spiel am ersten Spieltag fand in der Gruppe C zwischen der Niederlande und der Ukraine statt. Die 15.837 Zuschauer in der "Johan Cruijff ArenA" mussten sich bis zur 52. Minute gedulden, ehe Oranje-Kapitän Georginio Wijnaldum die Führung erzielte und damit die Achterbahnfahrt von Amsterdam startete. Sechs Zeigerumdrehungen später erhöhte Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg auf 2:0. Die Ukrainer wiederum gaben sich nicht geschlagen und kamen durch ihren Kapitän zum Anschlusstreffer. Andrey Yarmolenko schlenzte in der 75. Minute sehenswert aus 20 Metern in den Winkel. Vier Minuten danach köpfte Roman Yaremchuk zum überraschenden Ausgleich ein. Beendet wurde das Torspektakel in Amsterdam von Denzel Dumfries, welcher für den niederländischen Sieg sorgte.

England, immer wieder England: Die "Three Lions" gehören zwar bei jedem Turnier immer mit zum Favoritenkreis, warten jedoch seit 1966 auf einen Erfolg. Mit einem Arbeitssieg ist das Team von Gareth Southgate in das Turnier gestartet. Vor 18.497 Zuschauern im Londoner "Wembley-Stadium" erzielte Raheem Sterling in der 57. Minute gegen Kroatien das Tor des Tages. Der Vize-Weltmeister von 2018 zeigte einen sehr schwachen Auftritt. Im zweiten Duell der Gruppe D duellierten sich Tschechien und Schottland. Patrik Schick schockte die Schotten mit einem Doppelpack, das zweite Tor des Stürmers von Bayer Leverkusen erzielte er sensationell von der Mittellinie.

Zwei Premieren: Erster Platzverweis & erste Nullnummer

In der Gruppe E erlebte die EM 2020 gleich zwei Premieren. Im Duell zwischen zwischen Polen und der Slowakei flog Mitte der zweiten Halbzeit Grzegorz Krychowiak nach wiederholtem Foul mit der Ampelkarte vom Platz. Zuvor geschah dies: Der polnische Schlussmann Wojciech Szczesny hatten nach in der 18. Minute den Ball unglücklich ins eigene Tor bugsiert, zum zwischenzeitlichen Ausgleich schob Karol Linetty direkt nach der Pause ein. In Unterzahl kam die Slowakei durch Milan Skriniar in der 69. Minute zum Siegtreffer. Zwischen Spanien und Schweden war die gesamte Spielzeit allerhand los, allerdings vergaben beide Teams zahlreiche sehr gute Möglichkeiten, sodass die 10.559 Zuschauer im "Olimpico de la Cartuja" zu Sevilla die erste, wenngleich äußerst unterhaltsame, Nullnummer des Turniers sahen.

 

 

Frankreich zu groß für "Die Mannschaft"

Den Abschluss des ersten Spieltages bildete die "Todesgruppe" F; den Anfang machte Titelverteidiger Portugal, der in der mit 67.155 Zuschauern ausverkauften "Puskas-Arena" in Budapest auf Ungarn traf. Die Entscheidung fiel erst in der Schlussphase. In der 84. Minute wurde ein Schuss des Dortmunders Raphael Guerreiro unhaltbar von Willi Orban abgefälscht, sodass Peter Gulacsi keine Abwehrmöglichkeit hatte. In der 87. Minute sowie in der Nachspielzeit schnürte Cristiano Ronaldo noch einen Doppelpack. Im zweiten Spiel trafen mit Deutschland und Frankreich die letzten beiden Weltmeister aufeinander. Mats Hummels hämmerte in der 20. Minute den Ball mit dem Schienbein ins eigene Tor. Bitter: Das erste EM-Eigentor in der deutschen EM-Historie besiegelte die erste Niederlage bei der UEFA EURO 2020. Nach dem Seitenwechsel schoss die L'Equipe Tricolore noch zwei Abseitstore, während die Löw-Schützlinge keinen Schuss aufs Tor abgaben.



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