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Adolf Förster untrennbar mit dem Eisschnelllauf verbunden

Würdigung "Er hatte es geschafft, uns in Mylau den Eisschnelllauf zu erhalten"

Respekt, Stolz und Dankbarkeit kamen immer wieder zum Ausdruck hinsichtlich des Alters und der Lebensleistung von Adolf Förster. Der Mylauer bekam im Reichenbacher Ratssaal am vorigen Freitag einen Empfang und durfte sich ins Goldene Buch einschrieben. Anlass war der 100. Geburtstag des Jubilars.

"Ich bin überrascht über die Ehre, die mir erteilt wird", sagte Adolf Förster, nachdem er sich ins Goldene Buch der Stadt Reichenbach eingetragen hatte. "Es erfüllt mich mit Stolz." Der Jubilar bekannte, dass es nicht einfach sei, die richtigen Worte zu finden. Dabei ist der Senior sonst keinesfalls auf den Mund gefallen und sein feiner Humor zeugte auch an seinem Ehrentag davon, dass er mit seinen hundert Jahren fit ist. Etwa wenn er auf die Frage, wie es ihm an seinem Ehrentag geht, antwortete: "Es erheitert meine Sinne."

Die Gratulanten standen im Ratssaal Schlange, um Adolf Förster zu seinem runden Geburtstag zu gratulieren. Herzliche Worte und Umarmungen gab es, Blumen und Präsente wurden an Adolf Förster überreicht. Sein Name ist untrennbar verbunden mit dem Eisschnellsport in Mylau. Für seine Verdienste wurde ihm von vielen Seiten aus gedankt. Eigentlich wollte man ja auf der Burg in Mylau feiern, meinte Raphael Kürzinger, Oberbürgermeister von Reichenbach, in seiner Laudatio. "Aber die Treppen sind dort beschwerlich. Natürlich nicht für Adolf Förster. Er ist ja sportlich." Wenn man auf hundert Jahren Leben blicken kann, hat man vieles miterlebt, so der OB. "Der Staat, in dem Du geboren wurdest, hatte wenige Monate zuvor mit der Weimarer Reichsverfassung die erste demokratische Verfassung Deutschlands beschlossen", sagte er. Es kamen die Weltwirtschaftkrise, die Nazizeit. "Als Du gerade 20 Jahre alt warst, zettelten die Nationalsozialisten den Zweiten Weltkrieg an." Das Entstehen der DDR, die erste Mondlandung 1969, die politische Wende folgten. Und natürlich innerhalb der Epochen die persönlichen Ereignisse im Leben, Erfolge genauso wie Sorgen. Raphael Kürzinger würdigte die Verdienste des Jubilars insbesondere im Eisschnellsport in seinem Verein TSV Vorwärts Mylau 1891, wo er sich jahrzehntelang engagierte. "Er hatte es geschafft, uns in Mylau den Eisschnelllauf zu erhalten", sagte Reiner Roth vom Verein. An eine Episode erinnerte er sich, als man vom Verein aus in einer Jugendherberge nächtigte. Früh als die anderen gerade erst aufwachten, stand Adolf Förster schon am Fenster und machte Sportübungen. Gabriele Förster, Vereinsvorsitzende, sprach ihren Dank aus im Namen aller Kinder und Jugendlichen, die bei ihm trainierten. "Du hast den Eisschnelllauf in Mylau aufgebaut, die gesamte Eislauffamilie sagt danke." Immerhin war es Adolf Förster maßgeblich zu verdanken, dass 2007 die Rollbahn in Mylau gebaut wurde. Andreas Lochmann vom Ortschaftsrat Mylau gratulierte und sagte: "Hut ab, wie fit du bist. Wir sind stolz, dass wir dich haben."

Das Ehrenzeichen des Kreissportbundes überreichte dessen Präsident Steffen Fugmann an Adolf Förster, der 73 Jahren im Ehrenamt tätig war. "Die 37.000 Sportler im Vogtland danken dir." Bis heute nehme Adolf Förster an den Präsidialsitzungen in Plauen teil, umriss auch Ramona Werner. Der Jubilar war Jahrzehnte lang Trainer, Wettkampfrichter, Jugendwart, war im Vorstand und ist heute Ehrenmitglied im Kreissportbund.

Beim Empfang dabei war auch die Familie von Adolf Förster, zu der Sohn Hartmut Förster, vier Enkelsöhne sowie fünf Urenkel zählen. Es erfülle ihn mit Stolz, seinen Opa so zu sehen, sagte Steffen Wolf, einer der vier Enkel. "Er hat mich begleitet im Sport. Und er sagte immer: Durchhalten, nie aufgeben, aufstehen und weitermachen." Das habe ihn fürs Leben geprägt, so Steffen Wolf, der seinen Opa so oft wie möglich in Mylau besucht, wenn es die Arbeit erlaubt, jedes Wochenende. Für Emotionen beim Empfang sorgten die Neffen Jan Förster und Andre Förster, die dem Jubilar ein großes, historisches Bild überreichten, auf welchem er und seine Frau Lene in jungen Jahren im Kreis der Familie zu sehen waren. "Wir wollen auch an die denken, die nicht mehr unter uns sind", so Jan Förster. Und Hartmut Förster, der Sohn des Jubilars, sagte: "Der Eintrag ins Goldene Buch war eine Überraschung für meinen Vater, das wusste er vorher nicht. Ich bin stolz auf meinen Vater."



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