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Flippige Scherben-Collage bei Premiere von"Wir sind Rio!"in Plauen

Premiere Anlässlich 900 Jahre Plauen laufen mehrere Vorstellungen

Plauen. 

Plauen. Jeden Morgen Schampus trinken und die Lottozahlen eine Woche vorher ansagen. Rio Reiser der "König von Deutschland" ist zurück. Am Samstagabend feierte das Publikum im gut besuchten Vogtlandtheater die Premiere von "Wir sind Rio!" Anlässlich 900 Jahre Plauen bringt das Ensemble in mehreren Vorstellungen sein musikalisches Vermächtnis collagenhaft auf die Bühne. Der ehemalige Sänger und Texter der rebellischen Westberliner Szeneband Ton Steine Scherben gab wenige Wochen vor seinem Tod im Mai 1996 im Malzhausgelände sein letztes offizielles Konzert.

Die Besucher erlebten einen quirligen Abend mit flippigen Typen, wuchtigen Bildern und Songs von Rio und den Scherben. Bei der anschließenden Premierenfeier im Theaterfoyer kamen sie locker mit den Darstellern und Musikern ins Gespräch.

Darum geht es im Stück

Der Kühlschrank ist leer und kein Pudding mehr vorrätig. Die alternative Wohngemeinschaft versammelt sich spontan zu einem Krisengespräch in der Badewanne. Zur Premiere von "Wir sind Rio!" am Samstagabend im Vogtlandtheater produzierten die Macher des Stücks viele skurrile Momente. Statt einer Geschichte mit Figuren, die sich im Verlauf der Aufführung entwickeln, erlebten die Premierengäste eine Collage in sieben Bildern.

Im Vordergrund steht das "Wir" einer gemeinschaftlichen Erinnerung. Hauptdarsteller ist die Musik von Rio Reiser und der Band Ton Steine Scherben. Sie steht für eine Lebensweise, jenseits des schnöden Mammons. Interpretiert werden die Titel von einer Liveband, ausgestattet mit Gitarren, Bass, Schlagzeug und Bläser. Die Szenerie entwickelt sich aus sieben auf der Bühne stehenden Ravioli-Dosen, die von den Darstellern nacheinander geöffnet werden. "Macht kaputt, was euch kaputt macht" oder ist das etwa "Alles Lüge?"

Diese legendären Songs für Leute, die die vorgegebenen Schablonen ablehnen, haben sich längst ins kollektiven Gedächtnis eingebrannt. Auf der Bühne tummeln sich durchgeknallte Typen, die Grundsatzfragen an die Gesellschaft stellen. Verheißungsvolle Werbebotschaften, die sich in die Hirne der Menschen eingefressen haben, schwirren durch den Raum. Heino und die Schlümpfe aus der Hitparade gehen in der Kommune auch gleich mit baden.

Passend dazu lassen die Musiker bis auf die Unterwäsche die Hosen runter. Im fulminanten Finale bekommt Rio der Erste zum Song "König von Deutschland" die Krone aufgesetzt. Die nächste Gelegenheit, in Rios Scherben-Welt einzutauchen, gibt es an gleicher Stelle am 2. April um 19.30 Uhr. Bis zum 11. Juni stehen in der Spitzenstadt noch weitere sechs Vorstellungen des Stücks auf dem Spielplan.

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