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Bürger im Wolkenkuckucksheim

Kunst Am Donnerstag startet das Festival "Begehungen"

Emsiges Treiben bestimmt derzeit noch das Bild in jener Halle, in der am Donnerstag die "Begehungen" eröffnet werden sollen. Die Aussteller des Kunstfestivals waren Anfang der Woche noch allesamt damit beschäftigt, ihre Entwürfe und Vorstellungen vom "Wolkenkuckucksheim" - so das diesjährige Motto - auf den Boden der Tatsachen zu stellen. Unter ihnen etwa Jan Glöckner aus Kassel. Er errichtet ein Büro, in dem Anträge zur Einwanderung nach Wolkenkuckucksheim gestellt werden können. Während des viertägigen Festivals dürfen sich Besucher zu Büroöffnungszeiten bei ihm vorstellen. Natürlich reicht es hier nicht, ein Formular auszufüllen. Neben dem Vorweisen von Sprachkenntnissen gebe es auch einen Einbürgerungstest. Ist dieser bestanden, so erhält der Neubürger einen Schnabel, den er in den kommenden Wochen im Gesicht tragen müsse, bis er festgewachsen sei. Glöckner sieht in seiner Aktion nicht nur einen Kommentar zur aktuellen Migrationsdebatte, sondern auch zum Ort der Veranstaltung: Bei seiner Ankunft in Chemnitz lief er direkt in eine Pegida-Kundgebung und sei entsetzt gewesen. In Kassel habe man die Bewegung einfach weggelacht, sagt er. Manche Dinge müsse man einfach humorvoll angehen. Der Armenier Garik Yengibaryan nimmt sich des Themas aus der entgegengesetzten Perspektive an. Er nähert sich den Menschen hinter den Schlagzeilen, indem er Objekte zeigt, die Migranten auf ihrer Reise ins vermeintliche Wolkenkuckucksheim ansammelten. Apropos Perspektivwechsel: Wer vom Betrachter zum Macher werden möchte, kann sich an einem der Workshops der "Begehungen", etwa zu Collagen, Streetart (für Frauen) oder Clownerie beteiligen. Wer zuletzt lacht, wird sich dann vom 20. bis 23. August zeigen. Das vollständige Programm des Festivals findet sich unter www.begehungen-chemnitz.de.



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