Bunter Ritt in die Zukunft

Festival "Aufstand der Utopien" will Bürger ab November in die Ferne schweifen lassen

Klimakatastrophe, Arbeitsplatzverluste durch Digitalisierung, Hass und Krieg... die Zukunft der Welt sieht alles andere als rosig aus. Doch was wünschen sich die Menschen überhaupt? Wie wollen sie miteinander leben? Im letzten Jahr gab es mit dem Festival "Aufstand der Geschichten" eine Retrospektive, diesmal können Bürger mit dem "Aufstand der Utopien" einen Ritt in die Zukunft wagen: Initiiert durch den Verein ASA-FF wird es vom 6. bis zum 10. November an sieben Spielorten um die 40 verschiedenen Veranstaltungen geben. "Wir haben schöne bunte Räume geschaffen für die kreative Auseinandersetzung mit der Zukunft", erklärt Jane Viola Felber, Projektleiterin vom Programm Neue Unentdeckte Narrative. Franz Knoppe vom Vorstand des ASA-FF wünscht sich, dass die Chemnitzer während des Festivals und darüber hinaus zu "kleinen Utopisten werden". "Letztlich war alles mal eine Utopie. Jetzt geht es um soziale Fragen", sagt er. Mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden, Theateraufführungen und Konzerten wollen die Festivalmacher an fünf Tagen Zukunftserzählungen schaffen und erleben. Da wird der Open Space, der Projektraum hinter dem Marx-Kopf, zum Beispiel zur Festivalzentrale, in der am 6. November um 17 Uhr der Utopienforscher Professor Richard Waage spricht. Ein Tanztheater in der Markuskirche am 6. und 7. November, jeweils 19 Uhr, das ein 65 Meter langes Seil und eine Live-Band dabei hat, entwirft eine Gesellschaftsutopie. Und dann ist da noch die Künstlerin Danielle Tändler mit ihrem rosafarbenen Roboter namens Tina. Das selbst gebaute, rollende Modell soll vor und während des Festivals Menschen die Möglichkeit geben, ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft einzugeben, per Videobotschaft oder Text. "Tina produziert eine Zeitkapsel, die in 70 Jahren wieder geöffnet werden soll", erklärt Tändler. Die Aufzeichnungen sollen bis dahin im Stadtarchiv gelagert und auf entsprechende Medien gespeichert werden. Im Jahr 2089 sollen dann die Chemnitzer Utopien von heute wieder ans Licht kommen. Das komplette Programm ist unter www.aufstand-der-utopien.de zu lesen.