CFC: Der Kampf um sportlichen Erfolg und gegen finanzielle Sorgen

FUSSBALL Himmelblaue bleiben weiterhin in der Insolvenz.

Jubel auf dem Rasen und den Rängen, Ratlosigkeit hinter den Kulissen der Chemnitzer FC Fußball GmbH: Während die himmelblauen Kicker unter Fußballlehrer Patrick Glöckner sportlich wieder erfolgreich sind, sorgt im Hintergrund der Insolvenzverwalter Klaus Siemon und sein Insolvenzplan unnötig für Unruhe.

Glöckner bringt sportliches Glück

Seit dem Trainerwechsel Ende September schreibt der CFC auf sportlicher Ebene wieder positive Schlagzeilen: So sind die Glöckner-Schützlinge in der 3. Liga seit drei Spielen ungeschlagen, dazu erreichte der Drittligist durch einen souveränen 3:1-Erfolg beim FC Grimma das Achtelfinale im "Wernesgrüner Sachsenpokal", wo der Titelverteidiger nun auf den Landesklassisten FSV Krostitz trifft. Einzig die Premiere in Großaspach ging verloren. Dass die Mannschaft von Spiel zu Spiel immer besser zusammenwächst, ist der Verdienst des neues Trainers und seines 4-2-3-1-Spielsystems. Nach dem 3:1-Heimsieg gegen den krisengeschüttelten 1. FC Kaiserslautern stehen die Himmelblauen erstmals seit dem zweiten Spieltag auf keinem Abstiegsplatz mehr.

Kommunikation zwischen Düsseldorf und Chemnitz

Insolvenzverwalter Klaus Siemon verfolgt seit der Sommerpause die Geschehnisse rund um die Chemnitzer FC Fußball GmbH aus der Ferne. Das letzte CFC-Spiel, welches er besuchte, war das Sachsenpokalfinale gegen den FSV Zwickau. Nach dem verdienten 2:0-Triumph feierte er damals frenetisch mit den himmelblauen Akteuren auf dem Feld. Seit dieser Saison schaut er die Spiele nur noch via "Magenta Sport" an. "Ich will durch meine Anwesenheit nicht Kristallisierungspunkt für Hass werden", begründet der Rechtsanwalt aus Düsseldorf diese Entscheidung.

Ende der Insolvenz nicht in Sicht

Im September hatte Siemon beim Amtsgericht Chemnitz seinen Insolvenzplan eingereicht und war darüber Anfang Oktober recht optimistisch gestimmt: "Das Insolvenzverfahren möchte ich schon in einigen Wochen beenden. Der Verein ist dann finanziell saniert - und meine Aufgabe erledigt." Unterstützung bei der Beendigung hätte er von den Gesellschaftern der CFC Fußball GmbH durchaus erhalten, allerdings nicht unter den gewählten Bestimmungen. Siemon strebte nämlich nicht nur den Verkauf der restlichen 38 Prozent an, um mit den dadurch erworbenen 380.000 Euro die Gläubiger auszahlen zu können, sondern er forderte weiterhin eine Garantie für die Übernahme seiner Vergütung und erheblicher Gerichtskosten, die sich bis dato nicht genau beziffern lassen - und eben dieser Garantieerklärung kamen die Gesellschafter nicht nach. Aus diesem Grund zog Siemon seinen Insolvenzantrag überraschenderweise wieder zurück. Die daraus resultierenden Folgen sind die Fortführung des Insolvenzverfahrens auf unbestimmte Zeit sowie eine nach wie vor ungewisse Zukunft des Chemnitzer FC.

Teure Erfolge

So schön der direkte Wiederaufstieg in die 3. Liga sowie der Sachsenpokalsieg in der vergangenen Spielzeit gewesen sind, sie waren vor allem auch eines: teure Erfolge. Die Saison wurde mit einem Minus von 700.000 Euro abgeschlossen, ein Faktum, welches Thomas Sobotzik, ehemaliger Geschäftsführer der Chemnitzer FC Fußball GmbH, bei einem Fantreffen und im Beisein von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Romy Polster, Sprecherin der GmbH-Gesellschafter, im Juni vehement bestritt. In einem Interview verteidigte Sobotzik jedoch jungst dieses risikohafte Vorgehen: "Vereine, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, müssen bereit sein, für den richtigen Kurs auch mal finanzielle Nachteile in Kauf zu nehmen."

Die Etatlücke konnte glücklicherweise mit dem Eigenkapital, was zum damaligen Zeitpunkt 1,5 Millionen Euro betrug, ausgeglichen werden. Dieses hat allerdings nicht vordergründig das Ziel, solche vermeidbaren Verluste zu finanzieren, sondern soll vor allem dafür verwendet werden, dass der Verein auf Dauer - und nicht nur für einen überschaubaren Moment - erhalten bleibt.

Aktuell schlagen beispielsweise die Gehälter von Thomas Sobotzik, Ex-Cheftrainer David Bergner sowie seinem Co-Trainer Sreto Ristic ins finanzielle Kontor. Wenn keiner der drei einen neuen Arbeitgeber findet oder es den himmelblauen Verantwortlichen nicht gelingt, auf juristischem Weg eine Lösung zu finden, laufen die Verträge bis 2021 weiter und verursachen Personalkosten in Höhe einer halben Million Euro.

Die Investoren möchten sich zeitnah mit Insolvenzverwalter Klaus Siemon, zu dem scheinbar einzig Romy Polster in Kontakt steht, zusammensetzen und die momentane finanzielle Lage der CFC Fußball GmbH besprechen.

Sobotzik bei den Roten Teufeln im Gespräch

Einer könnte zumindest bald von der Gehaltsliste der CFC Fußball GmbH verschwinden. So wird Thomas Sobotzik mit dem 1. FC Kaiserslautern, für den er 1999 drei Spiele absolvierte, in Verbindung gebracht. Es habe bereits ein erstes Vorgespräch gegeben, welches positiv verlaufen sei. Die "Roten Teufel" sind auf der Suche nach einem kompetenten Nachfolger für Martin Bader, dessen Vertrag als Geschäftsführer nicht verlängert wurde. Die Entscheidung über die Bestellung des neuen FCK-Sportchefs wird nach der Mitgliederversammlung, welche am Sonntag, den 1. Dezember, stattfindet, getroffen.