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Chemnitz feiert: 135 Jahre jüdische Gemeinde

Geschichte Festakt und Gedenken eines Ehrenvorsitzenden

Die jüdische Gemeinde in Chemnitz feierte am Sonntag ihr 135-jähriges Bestehen! Insbesondere gedachte die Gemeinde dem kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden Siegmund Rotstein, der laut seiner Enkelin und Vorsitzenden der Gemeinde Ruth Röcher zu seiner Zeit maßgeblich zur Fortführung jüdischen Lebens in Chemnitz beigetragen hat.

Vergangenheit und Zukunft jüdischen Lebens in Chemnitz

Anfang des 19. Jahrhunderts kamen vornehmlich Juden aus Preußen und den deutschen Ostprovinzen nach Chemnitz. Insbesondere Kaufleute, Ärzte und Architekten bereicherten die Stadt und trugen maßgeblich zu deren positiver Entwicklung bei. Mit dem Start der Herrschaft der Nationalsozialisten 1933 wurde das jüdische Leben in Chemnitz erstickt - Beginnend mit struktureller Diskriminierung, endend mit Deportation und einer grauenvollen Vernichtung. Viele Juden flohen und kehrten nicht mehr nach Sachsen zurück. Rotstein war einer von 18 Überlebenden des Holocaust die nach Beendigung der Nazi-Herrschaft die jüdische Gemeinde in Chemnitz wiederaufleben ließen. Erst mit dem Mauerfall enwickelte sich das jüdische Leben in der Stadt erneut. Insbesondere Zuwanderer aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion trugen zum Wachstum der Gemeinde bei und machen auch heute noch einen Großteil der Mitglieder aus. Neben einigen jüdischen Kindergärten wird auch jüdischer Religionsunterricht als reguläres Fach in Schulen unterrichtet. Dennoch verlassen immer noch viele junge Menschen aufgrund von Diskriminierung und Rassismus die Stadt.

"Heute werden Dinge über Juden gesagt, die vor 20 Jahren niemand gewagt hätte, öffentlich zu äußern" sagt Zentralratspräsident Josef Schuster. Dennoch blickt dieser positiv in die Zukunft der jüdischen Gemeinde in Chemnitz.

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