Chemnitzer Supercross mit tollen Rennen angelaufen

Motorsport Wird US-Boy Tyler Bowers zum zweiten Mal "König von Chemnitz"?

Der Schneeberger Dominique Thury landete auf Platz 5. Foto: Thorsten Horn

Mit dem Sieg des 26-jährigen US-Amerikaners Tyler Bowers endete der erste Abend des diesjährigen 15. Int. ADAC Supercross Chemnitz. Nach 20 langen Runden des Finales der Top-Klasse SX1 setzte sich der Kawasaki-Pilot gegen die beiden Franzosen Charles Lefrancois und Sulivan Jaulin durch. Dabei hatte der Abend für den Gesamtsieger und damit "König von Chemnitz" des Jahres 2012 eher bescheiden angefangen.

Nachdem er im Zeittraining am Nachmittag der Schnellste aller Starter war, reihte er sich in seinem Qualifikationsrennen zunächst als Zweiter ein. Aus der zweiten Runde kam er allerdings nur als Letzter zurück aus dem Tunnel, durch den die Chemnitzer Strecke die längste im Kalender des ADAC SX Cups ist. "Boris Maillard geriet vor mir in Probleme, woraufhin ich nicht ausweichen konnte und in ihn hinein gekracht bin. Wir konnten zwar beide weiterfahren, doch zu allem Unglück hat sich mein Stiefel in seinem Hinterrad verklemmt, was viel Zeit kostete", klärte Bowers später am Abend auf.

Verfolgungsjagd mit Erfolg

Über den Hoffnungslauf schaffte er doch noch den Einzug ins Finale, welches er letztlich souverän gewann. Charles Lefrancois erwischte hierbei zwar den besten Start und führte lange Zeit, doch nachdem sich Bowers von Platz fünf auf zwei vorgekämpft hatte, machte er Jagd auf den Franzosen und zog kurz nach Rennmitte schließlich dan diesem vorbei. "Ich muss zugeben, dass Tyler vor allem im Waschbrett deutlich schneller war. Deshalb Glückwunsch an den heutigen Sieger."

Dieser führte bei der an die Sektspritzerei anschließenden Pressekonferenz des Weiteren aus: "Die Strecke ist sehr schwierig und bietet einige gute Überholmöglichkeiten. Ich habe seit meinem ersten Auftritt in Deutschland im Jahr 2012 viele Freunde hier und komme immer wieder gern. Natürlich ist es mein Ziel, meinen Titel von Chemnitz 2012 zu wiederholen."

Fünfter Platz für Schneeberger

Hinter Tyler Bowers, Charles Lefrancois, Sulivan Jaulin und dem Tschechen Filip Neugebauer wurde der Schneeberger Lokalmatador Dominique Thury, nachdem er anfangs nur auf Platz acht lag, guter Fünfter, womit er sein selbst gestecktes Ziel erreichte. Dennoch war der noch bis zum 7. Dezember 24-Jährige nicht restlos zufrieden.

Er sagte: "Mein Ziel Top 5 habe ich zwar erreicht, aber wenn man in seiner Trainingsgruppe der Schnellste ist und seinen Quali-Lauf gewinnt, ist ein fünfter Platz im Finale nur schwer zu akzeptieren. Aber darauf lässt sich aufbauen. Ich habe gesehen, was in diesem Feld möglich ist. Mit guten Starts sollte am Samstag noch mehr drin sein, also lautet das Motto: voll auf Angriff."

Spanier entscheidet Nachwuchsklasse für sich

In der direkten Nachwuchsklasse SX2 der bis 21-Jährigen gewann der Spanier Iker Larranaga ebenfalls vor zwei Franzosen, nämlich vor Adrien Malaval sowie Julien Lebeau. Damit hat auch hier einer die besten Voraussetzungen, um zum zweiten Mal in Chemnitz die Tageswertung beider Veranstaltungstage zu gewinnen, denn 2014 wurde Iker Larranaga schon einmal "Prinz von Chemnitz". Mit dem Braunschweiger Nico Koch wurde auch hier der beste Deutsche Fünfter.

Die Gewinner der SX3 und SX4

In der SX3 gewann der 13-Jährige Carl Ostermann aus Bonn souverän vor Nick Domann aus Meseberg und Paul Bloy aus Biberach. Die beiden einheimischen Piloten Justin Weirauch und Luka Pfalz schnitten höchst unterschiedlich ab. Während der zuerst genannte Thalheimer mit Platz fünf sein bestes Saisonergebnis erzielte, konnte der Chemnitzer nach einem Sturz zwar zunächst weiterfahren, musste dann aber die Segel streichen.

In der Kinder-Klasse SX4 setzte sich Tom Landgraf aus Neuwürschnitz gegen den Schweriner Niklas Ohm sowie Paul Neunzling aus Pinnow durch.

Insgesamt werden an diesem Wochenende 92 Fahrer aus 14 Nationen in der Messe Chemnitz ihre Runden drehen.

Tickets für den Abschlusstag

Nachdem sich die gastgebende C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH über den größten Run auf die begehrten Tickets an einem Freitag seit Bestehen des Supercross freuen durfte, ist auch am in der Vergangenheit immer besser besuchten Samstag von einem vollen Haus auszugehen. Für alle jene, die am Abschlusstag noch live dabei sein wollen, wird es an der Abendkasse noch Rest-Tickets, im schlimmsten Fall für den Stehplatz-Bereich, geben. Für alle anderen, die sich das Hallenspektakel trotz allem nicht entgehen lassen wollen, steht am Samstag ab 18.00 Uhr ein Livestream zur Verfügung.