CSD in Chemnitz: Mehr Akzeptanz, weniger Vorurteile

Parade Veranstaltung in Chemnitz beginnt um 14 Uhr am Schillerplatz

Schon im letzten Jahr waren etwa 500 Teilnehmer mit dabei. Foto: Harry Härtel

Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung gehen jedes Jahr tausende Schwule, Lesben, Trans- und Bisexuelle auf die Straße - zum Christopher Street Day. In Chemnitz gibt es einen gleichnamigen Verein, der Vorurteile gegenüber homo-, bi-, trans- oder intersexuellen Menschen in der Gesellschaft abbauen beziehungsweise in der Öffentlichkeit bestehenden Vorurteilen entgegenwirken will, Diskriminierung beenden und durch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen präventive Arbeit leisten möchte.

"In Zukunft sollen die jährlichen Demonstrationen und dazugehörige Straßenfeste nicht die einzigen von uns organisierten Veranstaltungen bleiben", kündigt Robert Lutz vom Verein an.

Parade startet am Samstag

Jetzt steht aber erst einmal das große Event am Samstag an: Der Verein Christopher Street Day Chemnitz bereitet eine bunte Parade durch die Innenstadt vor, die ab 14 Uhr vom Schillerplatz über den Innenstadtring und dann zum Stadthallenpark führt. Ab 15.30 Uhr will die Oberbürgermeisterin als Schirmherrin das Straßenfest eröffnen. Dort hören und sehen die Besucher Redebeiträge verschiedener Vereine und Organisationen, den Poetryslam-Stadtmeister Gerrard Schueft sowie musikalische Unterhaltung von "Ridge Walk" und "Viv Wheels", außerdem viele Info- und Aktionsstände.

Es gibt noch Verbesserungsbedarf

Generell gebe es für Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle in der Stadt regelmäßige Angebote und Gruppentreffen vom Verein different people, dem Sportverein Queerschläger sowie gelegentliche Veranstaltungen des LSVD Sachsen; außerdem im Fuchsbau einmal im Monat die queere Partyreihe "We are Family". "Leider hat sich das Angebot hier in den letzten Jahren jedoch sehr verkleinert", sagt Robert Lutz.

Die Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Bisexuellen sei in der Gesellschaft bedeutend besser als bei Trans- und Intersexuellen. "Vermutlich wird das eine immer 'normaler', während das andere weiterhin noch als zu abnorm gilt", so Lutz. Diese allgemeine Lage lasse sich auch auf Chemnitz übertragen. Viele Bürgerinnen und Bürger akzeptieren es, vielleicht auch nur zum Teil, andere wiederum treten dem mit Vorurteilen, Unwissen und Hass entgegen", erzählt Robert Lutz.