Das Schwert als Kulturobjekt

Ausstellung Schlossbergmuseum zeigt die praktische Verwendung

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Uwe Fiedler (l.) und Thore Wilkens und die "langen Messer". Foto: Michael Chlebusch

Das Schwert ist ein Klassiker der Museumslandschaft. Es hängt dort als Ikone vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Wer welche Waffen wie führte, gerät dabei meist zur Nebensache, falls die gezeigten Stücke nicht ohnehin rein dekorative Prunkexemplare sind. Nicht so in der aktuellen Sonderausstellung "kunst dye dich zyret" des Chemnitzer Schlossbergmuseums. Deren Macher wollen Fechtwaffen in ein anderes Licht rücken. Bis auf zwei der gezeigten Waffen seien alle fechtbare Gebrauchsgegenstände, freut sich Thore Wilkens, der als Mediävist an der TU Chemnitz an den Grundlagen zur Ausstellung forschte.

Die Praxis des Schwertkampfs

Wilkens nahm sich schon in seiner Bachelorarbeit historische Lehrbücher vor, die sich mit dem Ringen und Fechten befassten. Dabei stieß er jedoch bald an die Grenzen des schriftlich Vermittelbaren: "Ich habe mich damals in dem Dilemma befunden, mit einem Gegenstand konfrontiert zu sein, der massiv praktisch ist", sagt er. So kam es, dass er mit den Chemnitzer Blossfechtern einen Sportverein aus der Taufe hob, der dem historisch korrekten Umgang mit Schwert und Messer auf der Spur ist. In der Sonderausstellung werden unter anderem Filmaufnahmen des Vereins den bebilderten Beschreibungen historischer Lehrbücher gegenübergestellt.

Praktischer kann das Schwert nicht gezeigt werden. Dabei macht Museumsleiter Uwe Fiedler klar, dass das Fechten auch stark mit der Gesellschaft der damaligen Zeit verflochten war. Ein wunderbar bebilderter Katalog zur Ausstellung widmet sich in Fachtexten diesen repräsentativen Aspekten der Fechtkunst. Die Sonderausstellung ist bis zum 19. November zu sehen.