Der Brückenbauer zwischen Kulturen

Konzert Giora Feidmann Sextett in der Lutherkirche Chemnitz

Emotionen, Multikulturalität und ein Feuerwerk an Klängen erwartet die Besucher der Lutherkirche auf der Zschopauer Straße am heutigen Mittwoch. Um 20 Uhr beginnt das Konzert von Giora Feidmann, jenem bekannten zeitgenössischen Musiker, der sich der Klarinette verschrieben hat. "Klezmer for Peace" lautet der Titel des Abends.

Zusammen mit Gürkan Balkan an Gitarre und Oud sowie mit Muhittin Kemal Temel auf der türkischen Zither soll ein orientalischer Akzent gesetzt werden, dem Feidman mit seiner Klarinette sowie mit den israelischen Musikern Hila Ofek an der Harfe und Andre Tsirlin auf dem Saxophon die Musik der Klezmorin entgegensetzt. Und das alles leistet Feidmann in einem Alter von 83 Jahren. Er versteht sich als Botschaft der Einheit und des Friedens durch Musik. Eine Musik, die fremd, zugleich aber auch vertraut klingt und dabei die unterschiedlichen Kulturen miteinander verbindet.

Tradition seit vier Generationen

Giora Feidmann wurde 1936 in Argentinien geboren und entstammt einer Familie von Klezmorim, deren Tradition er in der vierten Generation fortsetzt. Das Orchester des Teatro Colón in Buenos Aires nahm ihn mit 18 Jahren auf. Zwei Jahre später ging er als Bassklarinettist zum Israel Philharmonic Orchestra, dem er 18 Jahre lang angehörte. Anfang der 1970er begann er seine Solokarriere als Klezmer-Musiker und zog nach New York.

Heute fühle er sich in den großen Konzerthallen der Welt ebenso zu Hause wie in kleinen Sälen - und eben immer wieder auch in Kirchen, sagt er. Als seine Heimat bezeichnet er Deutschland. "Da gibt es überhaupt keine Frage. Ja, ja, ja - ich bin Jude, aber wenn ich spiele, bin ich Musiker", so Feidmann. Er verstehe sich als Brückenbauer zwischen Kulturen und Religionen und wurde für sein Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Internationalen Brückepreis für Völkerverständigung ausgezeichnet.