Die Esse: Garant für ein bunteres Stadtbild

Esse Früher "nur" ein Schornstein, heute ein Kunstwerk

Wie viele der insgesamt 50.000 BLICK-Seiten bis heute das höchste Bauwerk Sachsens zeigten, ist leider nicht überliefert. Fest steht jedoch: Die knapp 302 Meter hohe Esse zog schon allein aufgrund seiner Dimensionen ein ums andere Mal die Aufmerksamkeit der Presselandschaft auf sich. Zum ersten Mal machte das Bauwerk mit dem Baustart im Jahr 1979 von sich reden. Fünf Jahre später wurde der Schornstein des Heizkraftwerks Chemnitz-Nord fertiggestellt, seither prägt er das Chemnitzer Stadtbild.

Der Anblick war für die Bürger der Stadt längst zur Routine geworden, als der Versorger eins vor sieben Jahren beschloss, die Esse in bunten Farben erstrahlen zu lassen. Wie bitte? Bunt? Für 600.000 Euro? Viel zu teuer! Und dann auch noch Veilchenlila und Dynamogelb ganz oben an der Spitze - der Supergau für hiesige Fußballfans! Nörgeln gehört in Chemnitz ja irgendwie zum guten Ton und man hätte darauf wetten können, dass der Entwurf des französischen Künstlers Daniel Buren nicht überall offene Türen einrennen wird. Heute, sechs Jahre später, sind die kritischen Stimmen abgeklungen. Das in rund 18.000 Liter Farbe getauchte, bunte Bauwerk gehört zur Stadt wie das Marx-Monument, der Rote Turm, die Stadthalle - ein Wahrzeichen, wie es im Buche steht. Mittlerweile ist das Bauwerk auch nachts ein imposanter Anblick, nachdem Ende 2017 die LED-Beleuchtung in Betrieb genommen wurde.

Seit fast zwei Jahren schmückt das Kunstwerk auch das Klein-Erzgebirge in Oederan - natürlich im Mini-Format. Im Maßstab 1:25 misst das größte Bauwerk Sachsens immerhin noch knapp zwölf Meter und ist mit deutlichem Abstand das höchste Ausstellungsstück im Miniaturpark. Zurück zum Original: Seit Ende März erhält der Schornstein eine kleine Schönheitskur: Der Versorger eins erneuert die Farbe des signalvioletten Abschnittes, da die im Jahr 2012 aufgetragene Farbe auf der Wetterseite ausgewaschen war. Bereits im letzten Jahr wurde die Farbe Himmelblau erneuert. So macht die Esse auch in Zukunft jedes Stadtfoto etwas bunter.