"Ein feste Burg ist unser Gott"

Pfarrer Daniel Förster Über ein Lutherlied zum Reformationstag in Adelsberg

Zum Reformationstag am 31. Oktober erinnern die evangelischen Christen an den Beginn der Reformation. Mit seinen 95 Thesen, die Martin Luther am Tag vor Allerheiligen 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg geheftet haben soll, löste der Reformator eine Bewegung aus, die letztendlich zur Gründung der Evangelischen Kirche führte. In Erinnerung daran und in Vorbereitung auf das 500-jährige Reformationsjubiläum werden im Rahmen einer sogenannten "Lutherdekade" seit 2007 jährlich bestimmte Schwerpunkte des Reformationsgedankens aufgegriffen und in den Gemeinden bedacht. So steht das Jahr 2012 unter dem Motto: "Reformation und Musik". In verschiedenen Chemnitzer Kirchen werden deshalb zwischen Reformationstag und Ewigkeitssonntag Gottesdienste gefeiert, die jeweils ein Lutherlied zum Thema haben. So wird am Reformationstag selbst in der Adelsberger Kirche das Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" im Mittelpunkt stehen. Über viele Jahre galt es als das "lutherischste" aller Lu-therlieder; ein Trutz- und Bekenntnislied, dessen Charakter dem des Reformators zu entsprechen schien: selbstbewusst und kämpferisch, konsequent und fromm. In letzter Zeit hat das Lied manche Kritik einstecken müssen. Der Text mit seinen militanten Bildern sei nicht mehr zu rechtfertigen, das Welt- und Gottesbild nicht mehr vertretbar. Grund genug, sich diesen alten Worten und der Absicht, in der sie geschrieben wurden, neu zu stellen. Dazu lädt die Kirchgemeinde Adelsberg für den 31. Oktober herzlich zum Gottesdienst um 10 Uhr in die Kirche ein.

1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er's jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.

2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit' für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht': ein Wörtlein kann ihn fällen.

4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein' Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: lass` fahren dahin, sie haben's kein' Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben.