Ein halbes Auto für London

Kultur Oldtimer aus Chemnitz bald in Londoner Museum

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Die DKW-Limousine wurde 1938 extra als Schnittmodell angefertigt. Foto: Andreas Seidel

Letzte Woche hat sich ein Oldtimer aus der Dauerausstellung des Industriemuseums verabschiedet, der in den kommenden Wochen für eine Reise ins Vereinigte Königreich vorbereitet wird.

Was sind das für halbe Sachen?

Genauer gesagt: Es ist nur ein halber Oldtimer, denn das Exponat wurde 1938 in Zwickau extra als Schnittmodell angefertigt, um die darin verbaute Technik zu veranschaulichen. Und genau aus diesem Grund ist der DKW F7 Meisterklasse für ein Museum in London so interessant.

Das Victoria & Albert Museum, das nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mehr als drei Millionen Besucher in den Stadtteil Kensington lockte, plant derzeit nämlich eine Ausstellung zum Thema Sperrholz, das unter anderem in Möbeln, Flugzeugen und auch Autos verbaut wird.

Aus Holz wird Stahl

Während heute Blech und Stahl die Karosserie eines Autos ausmachen, bestand diese bis Ende des Zweiten Weltkrieges vorwiegend aus Holz. Im F7 waren auf einem stabilen Stahl-Zentralkastenrahmen die DKW-typischen kunstlederbespannten Sperrholzkarosserien aufgesetzt, die im Werk Berlin-Spandau gefertigt wurden.

Die F7-Limousine, die bis 1939 rund 80.000 Mal das Audi-Werk in Zwickau verließ, war in der Vorkriegszeit der meistgebaute DKW mit Frontantrieb. Bei dem Exponat aus dem Industriemuseum handelt es sich übrigens bereits um eine Leihgabe. Sie stammt aus dem Deutschen Museum in München und wird nach einer umfangreichen Frischekur Ende Juni die Weiterreise nach London antreten.