Ein Jahrhundert Frauenwahlrecht

Ausstellung "Frauen im Aufbruch - Politische Plakate" im Rathaus zu sehen

Unter dem Titel "Frauen im Aufbruch" lädt seit Montag eine Ausstellung in das Chemnitzer Rathaus ein. Die Plakatausstellung, konzipiert von der Friedrich-Ebert-Stiftung, zeigt die Forderungen um die politische Beteiligung der Frauen in den drei wichtigsten gesellschaftlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts: 1918/19, 1945/49 und 1989/90. Rückblick: Am 12. November 1918 wurde den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist: Das aktive und passive Wahlrecht.

Die Geschichte des Wahlrechts

Der Weg dorthin war lang: Das Frauenstimmrecht wurde von Akteurinnen verschiedener Flügel der Frauenbewegung seit Mitte des 19. Jahrhunderts erstritten und erkämpft. Clara Zetkin, Luise Otto Peters und Hedwig Dohm waren drei der Vorreiterinnen, die ab den 1890er-Jahren begannen, organisiert für das Frauenwahlrecht zu kämpfen. Am 19. Januar 1919 fand die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung statt. Sie war die erste reichsweite Wahl nach dem Verhältniswahlrecht und die erste, in der Frauen das aktive und passive Wahlrecht hatten. In die verfassungsgebende Nationalversammlung wurden erstmals 37 Frauen aus fünf Parteien gewählt. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. November während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.