Ewiges Hin und Her: "Erfi gerettet! Dachten wir."

Menschen Felix Kreißel von der Bürgerinitiative Erfenschlag zieht sich zurück

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Felix Kreißel von der Bürgerinitiative Erfenschlag (hier im Rahmen einer Aktion für das Erhalt des Bades) bedankte sich abschließend bei allen Unterstützern. Foto: Andreas Seidel

Die Entscheidung gegen die Sanierung des Erfenschlager Bades ist mit dem Stadtratsbeschluss vor Weihnachten gefallen. Jetzt meldete sich Felix Kreißel, der Leiter der Bürgerinitiative, die sich seit Jahren für die Wiederbelebung des "Erfi" stark gemacht hat, ein letztes Mal zu Wort. "Wir haben seit dem Sommer 2013 immer wieder so viel Kraft, Mühe, Zeit, Gesundheit und Geld investiert, dass wir uns den Schlusspunkt setzen mussten", schreibt er in einem offenen Brief an Freunde und Unterstützer des Bades sowie an die Medien, der ein Dank an alle sein soll. Das Engagement gehe an die Substanz, "weil es neben Job, Familie und Freunden einen so großen Platz eingenommen hat und der Kampf am Ende doch nicht erfolgreich war."

Als dem Bad im vorletzten Betriebsjahr 2013 erstmals die Schließung drohte, konnten der damalige Betreiberverein, der SSV Textima Chemnitz, die Badegäste und die Erfenschlager Bürger mit einer Unterschriftenliste und vielen Briefen an die Oberbürgermeisterin eine Vertragsverlängerung um ein Jahr herausschlagen.

Alle Register gezogen

Es folgten Sanierungskonzepte, Bürgerversammlungen, Stadtrats-Abstimmungen gegen die Schließung, ein Badezuber vor dem Rathaus, Lichterketten, 4000 Unterschriften in zehn Tagen und ein breites Medienecho. "Schließlich erfolgte die ersehnte Abstimmung für die Sanierung im Februar 2017. Erfi gerettet! Dachten wir. Wieder reichten wir ein überarbeitetes Sanierungs- sowie ein Betreiberkonzept nach. Die Stadtverwaltung forderte mehr und mehr, hielt uns hin, blockierte", so Felix Kreißel.

Er und seine Mitstreiter arbeiteten dennoch Nutzungspläne, Betreiberkosten und 25 potentielle Mitnutzer zu. "Wir saßen bei den Ämtern der Stadt, besprachen uns mit Bürgerbädern in NRW, sammelten Infos und Zahlen, kein Tag verging ohne das Erfi", so Kreißel. Gekostet hat ihn und seine Mitstreiter das Engagement viel Zeit und Nerven.