Fleischlos glücklich in Chemnitz ist möglich

Studie Fleischkonsum bleibt trotzdem konstant gleich

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Die Regale der Supermärkte sind mittlerweile voll mit Leckereien für Vegetarier und Veganer: Schnitzel, Bouletten, Würstchen, Gulasch... und das alles ohne Fleisch. Auch Restaurants und Imbisse gehen immer mehr auf den Vegetarier-Trend ein.

Pizza komplett vegan?

In Chemnitz hat kürzlich beispielsweise der erste vegane Lieferservice "Vegan on the run" eröffnet. Diplom-Ernährungswissenschaftler David Bauch und seine Schwester Evelina Ziehut bieten 17 verschiedene Pizzen und Lasagne ganz ohne Fleisch und sonstige tierische Bestandteile an.

"Generell ist das vegane Angebot im Einzelhandel in Chemnitz sehr gut, aber auch ziemlich verstreut über die ganze Stadt. Ich muss immer in mehrere Läden gehen, weil ich in einem nicht alles für den täglichen bedarf bekomme", sagt Laureen Hentschel.

Die junge Frau lebt seit 16 Jahren vegan, hat eine vegane Schwangerschaft hinter sich und einen drei Jahre alten Sohn, der auch vegan erzogen wird. Für sie steht der ethische Aspekt des Tierwohls an erster Stelle für den Grund des veganen Lebens. "Im Vergleich zu zehn Jahren ist das Angebot jetzt schon ein wahres Paradies hier", ergänzt sie.

Fleischkonsum bleibt auf konstantem Stand

Die Angebote an fleischloser Kost nehmen zu. Doch: Es wird deshalb nicht weniger Fleisch konsumiert. Die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund und Le Monde Diplomatique haben in dieser Woche den "Fleischatlas 2018" veröffentlicht.

Zahlreiche Daten, Fakten und Grafiken zu den drängendsten Problemen der industriellen Fleischproduktion sind darin enthalten. Denn trotz des gestiegenen Angebots für Vegetarier und Veganer bleiben die eine Minderheit in der Bundesrepublik.

59 Kilogramm pro Jahr isst der Deutsche im Schnitt an Fleisch - laut Atlas fast genauso viel wie vor zehn Jahren. "Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig - das charakterisiert heute die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern", mahnte Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.