Friedenstag: Weltecho diskutiert über Kriegstraumata

Gedenken "Friedensimpulse" im Weltecho am 1. März

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Impressionen von 2017. Foto: Maika Maudrich

Einen Krieg miterleben zu müssen und sich ständig an Chaos und Zerstörung erinnert zu sehen, ist schwer nachzuempfinden. Wie gehen traumatisierte Menschen mit den Verletzungen ihrer Seelen um und dem Versuch, sich ein neues Leben aufzubauen?

Zu diesem Thema veranstaltet die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag zum Auftakt des Programms am Donnerstag, den 1. März, im Weltecho eine Lesung mit Podiumsgespräch und anschließender Diskussion. Dabei werden die Podiumsgäste über ihre diversen Beziehungen zum Thema Krieg sprechen und berichten.

Sie sind die Gäste

Einer der Eingeladenen, Jürgen Gerlach, erlebte als Kind selbst den Krieg in Chemnitz und spricht über seine eigenen, persönlichen Erfahrungen beim Versuch, die Erlebnisse zu verarbeiten. Auch internationale Gäste sind vertreten, so beispielsweise Kaled Hahi, der 2015 als syrischer Flüchtling nach Chemnitz kam und berichtet, wie er mit dem Wissen um seine verlorene Heimat, vom Krieg ausgelöscht, lebt.

Unter den Gästen sind aber nicht nur Zeitzeugen, sondern auch Experten verschiedener Felder vertreten, die versuchen, auf wissenschaftliche Weise das Thema Kriegstrauma aufzuarbeiten. Hans-Ulrich Treichel, der als Autor und Professor für Literatur in Leipzig tätig ist, trägt eine Erzählung vor, die sich mit der Verarbeitung von Kriegstraumata befasst. Als Kinderärztin und Psychotraumatologin wird Natascha Unfried erklären, welche Auswirkungen ein Kriegstrauma auf den Menschen haben kann.

"Wir haben in den vielen Jahren viele Zeitzeugen kennengelernt und dabei gemerkt, wie wichtig es für die Menschen ist, über die Erlebenisse zu sprechen, aber auch wie schwer das fällt", sagt Sabine Kühnrich von der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag. Sie wollen damit ein Zeichen setzen, dass Krieg ein Trauma hinterlässt - bei den Betroffenen individuell, aber auch in der Gesellschaft als Ganzes.

Die Veranstaltung beginnt 19 Uhr im Weltecho in der Annaberger Straße 24.

Mehr zum Chemnitzer Friedenstag finden Sie in der Übersicht. (cf2018)