Friedenstagsinitiatorin will mehr Bewusstsein vermitteln

Menschen Sabine Kühnrich: "Für Frieden muss etwas getan werden"

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Sabine Kühnrich. Foto: Steffi Hofmann

Vor 16 Jahren saß eines Abends eine kleine Runde an friedensinteressierten Menschen zusammen am Tisch. "Lasst uns doch den 5. März zu einem Friedenstag in Chemnitz machen", sagte damals Sabine Kühnrich. Die gebürtige Karl-Marx-Städterin ist Künstlerin und Sängerin und seit jeher an Toleranz und friedlichem Miteinander interessiert.

"Ach, das schafft ihr doch sowieso nicht" sei damals die Reaktion auf die Idee des Friedenstages gewesen. "Und da dachten wir: jetzt erst Recht!", erinnert sie sich. Gemeinsam mit Pfarrer Hans-Jochen Vogel brachte Sabine Kühnrich den Aktionstag auf den Weg. Gestartet wurde 2002 ganz klein, mit lediglich einer einzigen Veranstaltung in der Kreuzkirche. In diesem Jahr hat die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag über 30 Veranstaltungen organisiert beziehungsweise koordiniert.

Geschichte ist genauso wichtig wie die Gegenwart

Sie alle haben ein Ziel: Menschen für Krieg und Frieden sensibilisieren. "Wir müssen uns mit unserer Geschichte und auch der Gegenwart befassen", betont Sabine Kühnrich. Die Sängerin arbeitet tagsüber in einem Landtagsabgeordneten-Büro und die Organisation des Chemnitzer Friedenstags kostet nicht nur Zeit sondern auch Nerven. Und warum tut sie das alles?

"Weil es mir wichtig ist, ein Bewusstsein vor Ort zu schaffen. Wir können nicht den Fernseher ausmachen und denken, damit ist der Krieg weg. Für Frieden muss etwas getan werden." Im Vorfeld des Friedenstages findet am morgigen Donnerstag um 19 Uhr eine Lesung unter dem Titel "Kriegstrauma und der Trau vom Frieden" mit Podiumsgespräch, moderiert von Sabine Kühnrich und Heike Stege, im Weltecho statt.

Mehr zum Friedenstag in Chemnitz gibt es hier. (cf2018)