Fünf Chemnitzer Unternehmen geehrt

Preisverleihung Wirtschaftsunion Sachsen vergibt Preise

Gruppenbild aller Gewinner mit Prof. Dr. Kurt Biedenkopf (3.v.r.). Foto: Ralph Kunz

Die Wirtschaftsunion Sachsen zeichnete am Samstag im "Chemnitzer Hof" fünf Unternehmen aus. Als "Bestes Unternehmen Chemnitz" wurden geehrt in den Sparten:

Handwerker

Zweithaarstudio Simone - Simone Hoeft

Gastronomie

Gasthaus an der Schloßmühle - Artur Zander und Alexander Hofmann

Einzelhandel

DDoptics Optische Geräte & Feinwerktechnik - Axel Drescher und Constanze Köppel

Arztpraxis

Praxis Dr. Udo Krug

Dienstleister

Realis GmbH - Erik Müller

Die Preise übergab Kurt Biedenkopf (CDU), von 1990 bis 2002 erster Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. Der 87-Jährige hatte die Schirmherrschaft übernommen. Für den erstmals durchgeführten Wettbewerb "Bestes Unternehmen Chemnitz" hatte es in den fünf Sparten insgesamt um die 140 Bewerber gegeben.

Die Ermittlung der Sieger erfolgte auf Grundlage einer Kundenbefragung. "Auch mit diesem Projekt wollen wir die Wirtschaft an der Basis fördern. Das findet auch Kurt Biedenkopf. Er hatte deshalb sofort seine Schirmherrschaft zugesagt", erklärte Frank Müller, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsunion.

Kritik an Stanislaw Tillich

In einer Gesprächsrunde mit Frank Müller äußerte sich Kurt Biedenkopf zur aktuellen Politik. Von Interesse war dabei auch das schlechte Abschneiden der sächsischen CDU bei den jüngsten Bundestagswahlen und Biedenkopfs Kritik an den derzeitigen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). "Ich mag Tillich eigentlich", erklärte Biedenkopf.

Tillichs Hauptproblem sei, dass ihm oft die Unterstützung fehle, meinte der Senior vor allem mit Blick auf den sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Hinsichtlich des Wahlerfolges der Alternative für Deutschland (AfD) plädierte Biedenkopf für eine harte Auseinandersetzung statt Ausgrenzung.

"Entweder die Partei verschwindet wieder, oder man wird sie eines Tages einmal brauchen", erinnerte der 87-Jährige auch an die Diskussionen, die es 1983 beim erstmaligen Einzug der Grünen in den Bundestag gegeben hatte.

Grundsätzlich plädierte der frühere Ministerpräsident für Eigeninitiative: "Das Schlimmste wäre, wenn die Sachsen, die ihr Land nach 1990 aufgebaut haben, nun denken, dass nur der Staat für ihr Wohl zuständig sei. Das hieße auch, Freiheit an dem Staat abzugeben", warnte der frühere Ministerpräsident.

Umdenken global notwendig

Für dringend notwendig erachtet er derzeit allerdings eine Harmonisierung zwischen der technischen Entwicklung und der Anpassungsfähigkeit des Menschen an diesen Fortschritt, wobei sich derzeit die Schere noch immer weiter öffne. Ein Umdenken sei nicht nur in Sachsen, sondern deutschlandweit und global notwendig.

Die Menschen sollten sich auch von der Vorstellung trennen, dass es ein stetiges Wirtschaftswachstum geben muss, das in konkreten Zahlen ausgedrückt werden kann. Letztendlich sei die Erfüllung aller Wünsche der Tod jeder Kreativität, gab der 87-Jährige zu bedenken.

Auswirkungen jetzt schon sichtbar

Gut beobachten ließe sich das schon bei Kindern, die heutzutage in der Regel mit Spielzeug überschüttet werden, das sie dann allerdings weder zu schätzen wissen noch Freude darüber empfinden.

Global müsse man zudem an die Lasten denken, die durch Kriege und Armut in anderen Weltteilen auf Europa noch zukommen werden. "Welche Auswirkungen das haben kann, sehen wir in jüngster Zeit an den großen Flüchtlingsströmen", sagte Biedenkopf.

Die Wirtschaftsunion wurde 2015 als Genossenschaft gegründet. Sie versteht sich als Plattform für kleine und mittelgroße Unternehmen, die gemeinsam am Markt agieren möchten. Ein Projekt der Wirtschaftsunion ist beispielsweise auch die "Chemnitz Card". Laut Müller soll sie dafür sorgen, dass Geld, das ausgegeben wird, in der Stadt Chemnitz bleibt.



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