Innenstadt ist "Kriminalitätsschwerpunkt"

Sicherheit Zahl der Straftaten in etwa auf Vorjahresniveau

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Foto: Harry Härtel

Die Stadt Chemnitz bleibt verhältnismäßig sicher, die Situation im Zentrum aber ist problematisch. So lässt sich die Kriminalitätsstatistik fürs Jahr 2016 lesen, die die Polizeidirektion Chemnitz in dieser Woche vorstellte.

Die Fallzahl bei allgemeinen Verbrechen stieg um gut 230 Fälle auf 23.227 Straftaten, die Zahl ausländerrechtlicher Delikte ging um etwa 800 Fälle auf 4.009 Straftaten zurück. Insgesamt konnte die Polizei 16.699 Fälle aufklären und 10.961 Tatverdächtige ermitteln.

Wohnungseinbrüche nehmen zu

Sorgen bereiten Polizeipräsident Uwe Reißmann die wachsende Zahl an versuchten oder gelungenen Wohnungseinbrüchen - hier habe man "Westniveau" erreicht - sowie insbesondere bei Einbrüchen in Boden, Keller und Waschküchen und in Autos sowie die steigende Zahl von Fahrraddiebstählen. Andere Delikte gingen hingegen zurück, so insbesondere Vermögens- und Fälschungsdelikte, aber auch Autodiebstähle oder Beleidigungen und schwere Körperverletzungen.

Kontrollbereich Innenstadt

Als Kriminalitätsschwerpunkt im Direktionsbereich, der auch das Erzgebirge und Mittelsachsen umfasst, bezeichnete Reißmann das Chemnitzer Stadtzentrum. Hier hätten sich die Einbrüche in KFZ auf ein Zehnjahreshoch erhöht, die Kellereinbrüche hätten zugenommen: "Wenn die Geschädigten den Dieben Tür und Tor offenstehen lassen, sind wir als Polizei machtlos", mahnte Reißmann zu eigener Vorsicht.

Man habe es häufig mit deutschen oder ausländischen Intensivtätern zu tun, die mit den Mitteln des Rechtsstaats schwer zu bändigen sind: Ihre einzelnen Delikte reichten zumeist nicht aus für eine Haft. Auf diese Täter will Reißmann den Kontrolldruck erhöhen: So sei ein "Kontrollbereich" für die Innenstadt beantragt worden. Wird er genehmigt, darf die Polizei verdachtsunabhängig kontrollieren.