Insolvenz: Theaterkneipe bleibt zu

Gastronomie Szenelokal sucht einen neuen Betreiben

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"Exil"-Betreiber Michael Gehrcke hat die Theaterkneipe am Wochenende endgültig geschlossen. Foto: A. Seidel

Mit den Worten "unfassbar und sehr traurig" beginnen die ersten Reaktionen auf die Schließung der Theaterkneipe "Exil". Am Wochenende gab das Team bekannt, dass es am Samstag das letzte Mal die Türen für Gäste öffnet.

Eine harmonische Atmosphäre reicht nicht aus

Nicht nur essen und trinken konnte man in dem Szenelokal direkt am Schauspielhaus, sondern auch Konzerten lauschen, an Quizabenden teilnehmen oder mit der Familie gemütlich im Freien feiern. Doch harmonisches Ambiente allein bringt nichts, wenn die Zahlen eines Unternehmens nicht stimmen.

Betreiber Michael Gehrke musste vor zwei Wochen Insolvenz anmelden, weil die Einnahmen nicht ausreichten. Gründe dafür waren unter anderem die lange Sommerpause der Theater - sechs Wochen in denen sowohl Schauspieler als auch der Großteil der Gäste fern blieben - und die versteckte Lage, die Laufkundschaft unmöglich machte.

Die Geschichte der Bar geht über 15 Jahre zurück. Zunächst nannte sie sich Difranco, war angesiedelt auf dem Sonnenberg. Ab 2002 firmierte die Theaterkneipe unter dem Name "Exil". Eine wichtige Aufgabe der Gaststätte lag und liegt in der Versorgung der Schauspieler und anderer Theatermitarbeiter als Kantine.

Theaterkneipe sucht jetzt einen neuen Betreiber

"Uns war die Situation zwar schon seit einiger Zeit bekannt, die Insolvenz kam aber dann doch kurzfristig", sagte gestern Hergen Gräper, der Verwaltungsdirektor der Städtischen Theater. Zu Beginn der neuen Spielzeit soll es eine Ausschreibung für einen neuen Betreiber geben.

Zunächst werde nur eine kommissarische Lösung angestrebt. "In der Theatergastronomie ist viel Flexibilität nötig", so Gräper. Dennoch sei das "Exil" ein interessantes Objekt im Zusammenspiel mit dem Schauspielhaus.