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Kaßberg-Gefängnis: Lern- und Gedenkort in den Startlöchern

Kaßberg-Gefängnis Kulturministerin Barbara Klepsch überreicht Förderbescheid in Millionenhöhe

Grünes Licht für den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis: Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch übergab am Montag an den gleichnamigen Verein einen Förderbescheid in Höhe von 3,8 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem Vermögen der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Vermögen). Mit der Zusicherung der Förderungen durch das Land und den Bund sowie der Stadt Chemnitz kann nun die Realisierung der bundesweit bedeutenden Gedenkstätte beginnen. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 setzt sich der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. dafür ein, auf dem Gelände der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt einen Lern- und Gedenkort einzurichten.

In den beiden vergangenen Jahren erlebte das Projekt eine sehr dynamische und erfolgreiche Entwicklung

Einen wichtigen Beitrag leistete das große ehrenamtliche Engagement der Zeitzeugen, der ehrenamtlichen Vorstände und Mitglieder des Vereins. Die Höhepunkte der Vereinsarbeit bildeten in den vergangenen Jahren die Chemnitzer Museumsnächte. Jedes Jahr strömten mehr als 1.000 Menschen in die ehemalige Gefängnisanlage. Im Herbst 2022 soll der Lernort für Demokratie auf dem Chemnitzer Kaßberg seine Türen dauerhaft für Besucherinnen und Besucher öffnen. Die Gedenkstätte wird mit rund 1800 Quadratmeter Nutzfläche im Hafttrakt B entstehen, jenem Zellentrakt, in dem die für den Freikauf bestimmten politischen Häftlinge untergebracht waren. Zwischen 1962 und 1989 kaufte die Regierung der Bundesrepublik Deutschland über 33.000 politische Häftlinge aus den Gefängnissen der DDR frei. Annähernd 90 Prozent von ihnen gelangten über das Kaßberg-Gefängnis im Bezirk Karl-Marx-Stadt in die Bundesrepublik und damit in die Freiheit. Auf diesem in Deutschland und in Europa einmaligen Vorgang liegt der Schwerpunkt der zukünftigen Dauerausstellung.



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