Kleine Alltagshelfer aus den Wanderer-Werken

Tipp Neue Schau im Industriemuseum

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Ein Kartoffelschäler aus den Wanderer-Werken. Foto: Industriemuseum/Dirk Hanus

Untrennbar mit der Stadt verbunden sind die Wanderer-Werke - jene bedeutenden Fabrikhallen in Schönau, die die deutsche Automobilgeschichte mitgeschrieben haben. 1885 in Chemnitz gegründet, entwickelten sich die Wanderer-Werke zum wichtigen Hersteller von Fahrrädern, Motorrädern, Automobilen, Werkzeug- und Büromaschinen. Den Namen "Wanderer" leiteten die Firmengründer Johann Baptist Winklhofer und Richard Adolf Jaenicke aus dem englischen Begriff "Rover" ab, den der Engländer Starley seinen Fahrrädern gegeben hatte. Formschöne und durchdachte Produkte verließen das Werk. Dass zu diesen Produkten aber auch kleine, unscheinbare Dinge gehörten, zeigt ab dem 1. Juni das Industriemuseum.

Alltägliche Gegenstände als besondere Exponate

Die neue Sonderausstellung "Das Herz von Chemnitz. 220 Jahre Industriekultur" überrascht mit besonderen Exponaten. So können die Besucher zum Beispiel einen völlig neuen Blick auf die Produktpalette von Wanderer bekommen. Schlüssel und Schlösser, Kartoffelschäler, Lockenwickler, Hosenklammern für das Fahren mit dem Rad und sogar eine Zigarettendrehmaschine wurden dort produziert. "Kriegsschäden, Enteignung, Reparationsleistungen, Material- und Personalmangel - sowie die Grundversorgung der Bevölkerung - führten auch in den ehemaligen Wanderer-Werken zu einem Neuanfang mit einfachsten Produkten des täglichen Bedarfs", erzählt Jürgen Kabus, der Kurator der neuen Sonderausstellung. Allein im vierten Quartal des Jahres 1945 wurden mehr als 160.000 dieser Artikel in Chemnitz hergestellt. Eine kleine Auswahl davon ist in wenigen Tagen im Industriemuseum zu sehen.