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Kulturen verbinden: 14 Schüler aus fünf Ländern

Menschen Lehrerin Beatrice Fritsch kümmert sich um Flüchtlingskinder

In der Regel freuen sich Schulkinder in Deutschland auf die Sommerferien. Endlich ausschlafen, spielen, nicht lernen müssen und vielleicht auch in den Urlaub fahren. Für eine Gruppe am Chemnitzer Schulmodell trifft das allerdings nicht zu. "Sie wünschten sich, der Unterricht geht weiter", sagt Lehrerin Beatrice Fritsch. Dabei spricht sie von 14 Kindern aus den Ländern Irak, Syrien, Eritrea, Mazedonien und der Slowakei, die sie bis zu den Sommerferien betreut hat.

"Manche von ihnen hatten vorher noch nie einen Stift in der Hand"

In einem sogenannten Alphabetisierungskurs sollten die elf- bis 14-jährigen Flüchtlingskinder aus bildungsfernen Familien die deutsche Sprache lernen. Eine anspruchsvolle Aufgabe - für beide Seiten. "Manche von ihnen hatten vorher noch nie einen Stift in der Hand", erzählt Beatrice Fritsch. Viel Geduld, Verständnis und zunächst einmal der Aufbau von Vertrauen waren wichtig. Dafür organisierte Beatrice Fritsch auch außerschulische Angebote. Sie bot kleine Lernexkursionen und Radtouren an.

"Damit konnten die Kids bei Laune gehalten werden und ihnen konnte mit viel Sensibilität das Sozialverhalten vermittelt werden, das nötig ist, um sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren", sagt die Lehrerin weiter. Erschwert hat ihre Arbeit der Fakt, dass die Kinder nachmittags in ihren Herkunftsfamilie sofort wieder in ihre Muttersprache verfallen und Eltern keine Notwendigkeit sehen, das zu ändern.

Wunsch nach mehr Unterstützung aus der Bevölkerung

Was sich Beatrice Fritsch wünscht, ist mehr Unterstützung aus der Bevölkerung. "Die Familien, die hier ankommen, brauchen Hilfe. Viele von ihnen sind überfordert, wissen wenig vom Leben hier und einigen fällt es schwer, sich für unsere Kultur zu öffnen", sagt sie.

Einen Dank möchte die Lehrerin für die Vereine Agiua, inab, inpeos und den Nabu aussprechen, die sie bei ihrer Bildungsarbeit unterstützten.



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