Kulturhauptstadt: Fixe Idee oder Riesenchance?

Kulturhauptstadt 2025 Bürger sollen im Januar über Bewerbung debattieren

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Simona Neumann, Generaldirektorin der Gesellschaft Temeswar 2021 Kulturhauptstadt Europas. Foto: Ovidiu Bega

Kann Chemnitz im Jahr 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden? Die ersten Debatten verliefen durchaus kontrovers: Wir sind nicht Dresden oder Nürnberg, wir sind noch nicht mal Magdeburg - so lassen sich die Gegenargumente wohl zusammenfassen. Dass man nicht als Favorit in ein Rennen gehen muss, um es am Ende zu gewinnen, wollten zwei Experten verdeutlichen, die in dieser Woche in der Stadt auftraten: Simona Neumann ist Generaldirektorin der Gesellschaft Temeswar 2021 Kulturhauptstadt Europas, sie erklärte: "Die Europäische Kulturhauptstadt ist kein Schönheitswettbewerb, bei dem die schönste oder kulturellste Stadt gekürt wird." Stattdessen solle man die Gelegenheit nutzen, langfristige Entwicklungen zu überdenken und das kulturelle wie bürgerschaftliche Engagement ganz hoch auf die Prioritätenliste setzen. Auch Jiri Suchánek, der die Rolle des tschechischen Pilsen als Europäische Kulturhauptstadt 2015 begleitete, verdeutlichte die Chancen, die eine Stadt wie Chemnitz haben könnte: "Die industrielle Tradition der Stadt Chemnitz verbunden mit ihrer Kreativität birgt immenses Potenzial für eine neue Geschichte einer erfolgreichen Europäischen Kulturhauptstadt", denkt er. Wer sich Argumente anhören, aber auch selbst welche anbringen will, der sollte sich schon jetzt den 11. Januar vormerken. Dann sind alle Bürger ab 17 Uhr zu einem "Debattentag" in den Kleinen Saal der Stadthalle eingeladen. Jeder darf dann seine Ideen, Gedanken und Bedenken zu einer möglichen Bewerbung vortragen. Diese Debatte der Bürgerschaft soll dem Stadtrat eine Orientierung bieten, ob er in seiner Sitzung am 25. Januar den Startschuss für eine Bewerbung abgibt. Also am besten über Weihnachten Argumente schmieden - und dann mit debattieren.