Mehr Überwachung - Hilft das?

Innenstadt Hohe Polizeipräsenz in Chemnitz sorgt zunehmend für Kritik

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Foto: pixinoo/Getty Images/iStockphoto

Fakten und Gefühle - was zählt, wenn man die Sicherheit in der Chemnitzer Innenstadt beleuchtet? "Die Zahlen zeigen, dass die Kriminalität im öffentlichen Raum abnimmt", erklärte Einsatzreferent Knut Kunze von der Polizeidirektion Chemnitz diese Woche vor den Teilnehmern des Kriminalpräventiven Rates der Stadt.

Gefühlte Unsicherheit bei den Bürgern

Die Innenstadt sei aber trotzdem ein Schwerpunkt. Der Ordnungsbürgermeister hat die vergangenes Jahr eingeführten Beratungen zur Sicherheitslage in der City vom wöchentlichen auf einen monatlichen Rhythmus heruntergeschraubt. Und auch Börries Butenop, Leiter des Stadtplanungsamts, glaubt: "Zurzeit findet mehr in den Köpfen statt als auf der Straße."

Deshalb soll auch weiterhin vor allem gegen das Gefühl der Unsicherheit in den Köpfen der Chemnitzer angegangen werden: "Die Videoüberwachung an der Zentralhaltestelle kommt", sagt Ordnungsbürgermeister Miko Runkel. Am Stadthallenpark hingegen wolle man zunächst prüfen, ob die eingerichtete Mobile Wache des Stadtordnungsdienstes für mehr Sicherheit sorgen kann: "Wenn das ausreicht, können wir hier auf Videoüberwachung verzichten".

Auch mehr Polizeikontrollen sind angedacht

Die Fahrradstaffel könnte wieder unterwegs sein und auch die Polizei will auf sogenannte "Komplexkontrollen" - polizeiliche Überprüfungen mit großem personellen Aufwand - vorerst nicht verzichten: "Das ist für uns ein Instrument, um den Kontrolldruck aufrechtzuerhalten", so Polizeireferent Kunze.

Zumindest die hohe Polizeipräsenz sorgt zunehmend auch für Kritik. Zum Beispiel bei den Streetworkern von "City Contact": "Man muss schon die Verhältnismäßigkeit beachten", hieß es aus deren Reihen. Und Stadtplaner Butenop meinte: "Auf den Bürger erweckt das den Eindruck: Wenn so viel Polizei da ist, dann muss es auch schlimm sein."