Muggel-Quidditch: verrückte Sportart in Chemnitz

Freizeit Bekannter Sport aus Harry Potter wird zur Realität

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Bochumer Jäger Harun Kilic im Wurf auf die Binger Torringe. Foto: Deutscher Quidditchbund/Nick van Klaveren

Quidditch: Harry Potter-Fans wissen wahrscheinlich, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Die wohl berühmteste Ballsportart der magischen Welt ist bereits in Chemnitz angekommen. "Muggel-Quidditch" heißt die Vollkontaktsportart und wird an der TU Chemnitz angeboten. Muggel, das bedeutet Nicht-Zauberer, können sich so ein wenig Magie nach Karl-Marx-Stadt holen.

Der Spaß steht im Vordergrund

Mike Stummvoll leitet den Uni-Kurs und hofft, dass dieser bald zu einem richtigen Verein wird. Denn seiner Meinung nach sollte jede coole Stadt ein Quidditch-Team haben. Das Tolle daran: Jeder ab 16 Jahren kann mitmachen. Interessenten müssen auch keine besonderen sportlichen Fähigkeiten mitbringen. Koordination, Ausdauer und Teamplay können während des Trainings verbessert werden.

Dieses findet immer mittwochs ab 20 Uhr in der Turnhalle des Thüringer Wegs in Chemnitz statt. Wer mehr darüber erfahren will oder vielleicht selbst einmal Teil eines Quidditch-Teams werden möchte, schaut einfach beim Kurs vorbei oder schreibt eine E-Mail an quidditch.chemnitz@gmail.com.

In den Büchern von J.K. Rowling fliegt man beim Quidditch auf einem Besen und versucht in der Luft, durch die Ringe der gegnerischen Mannschaft zu werfen, um so Tore zu erzielen. Da das in der Realität eher schlecht umzusetzen ist, hat man das Ganze einfach auf den Boden verlegt.

Nur noch Fliegen wäre schöner!

Trotzdem muss jeder mit einem Besenstiel zwischen den Beinen den Wettkampf bestreiten - hier sind also Oberschenkenmuskeln gefragt. Zwei Teams mit je sieben Spielern treten gegeneinander an. Die Jäger müssen den sogenannten "Quaffel" durch die gegnerischen Torringe werfen, wodurch 10 Punkte erzielt werden können. Die Hüter müssen diese Bälle abwehren. Außerdem versuchen die Treiber Spieler der gegnerischen Mannschaft abzuwerfen. Nach 18 Minuten wird der "Snitch Runner" auf das Feld gelassen. Ein neutraler Spieler hat dabei einen Tennisball in einer Socke an den Hosenbund befestigt. Wenn man in Besitz dieses Balles kommt, bringt das 30 Punkte und das Spiel wird beendet.

Muggel-Quidditch ist vor allem in den USA und Australien beliebt. Aber auch in Deutschland findet man viele begeisterte Anhänger dieser Sportart. 31 Teams sind Mitglied im Deutschen Quidditchbund - mit von der Partie ist auch ein Vertreter aus dem eigenen Bundesland: Dresden. Auch Mike Stummvoll will mit seinem Chemnitzer Team eines Tages in der deutschen Quidditch-Liga spielen.