Öko-Vision als neuer Hingucker in Chemnitz?

Aktion BLICK-Leser bringt Vorschlag für leerstehende Gebäude

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So könnte das Plantagenhochhaus an der Zwickauer Straße aussehen. Fotografik: Christian Mathea/hfn

Eine Stadt wie Chemnitz hat viel Potenzial - auch unfreiwillig durch den Leerstand zahlreicher alter Fabrik- und Wohngebäude. BLICK-Leser Werner Seiter kam deshalb im Rahmen unserer Mitmach-Serie "Ideen für Chemnitz" auf die Idee, das Hochhaus an der Zwickauer Straße zu einem riesigen Gewächshaus umzuwandeln.

"Viele Besucher kommen auf dieser Straße in die Stadt. Das Haus, so wie es seit Jahren da steht, ist ein schändlicher Anblick", sagt er. "Wenn die Stadt der Moderne sich wirklich innovativ zeigen will, dann sollte sie visionäre Projekte an solchen markanten Stellen fördern."

Der Umbau zur Plantage ist eher unwahrscheinlich

Das genannte Hochhaus ist in Privatbesitz und wechselte schon mehrfach den Eigentümer. Mit dem jetzigen soll es bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung gegeben haben, wie die Pressestelle des Rathauses bestätigt. Ein Bauantrag liege allerdings noch nicht vor. Dass aus dem Hochhaus an der Zwickauer Straße eine Plantage wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Aquaponik-Anlagen für Pflanzen- und Fischzucht

An anderer Stelle im Stadtgebiet entwickelt sich aber so ein visionäres Öko-Objekt - an der Petersstraße 28 des Sonnebergs. Dort werden in einem Pilotprojekt der Delphin-Projekte gGmbH gerade sogenannte Aquaponik-Anlagen getestet - Anlagen für Pflanzen- und Fischzucht, die sich durch einen Nährstoffkreislauf ergänzen.

Aus dem ammoniakhaltigen Wasser des Fischbeckens werde Nitrat gewonnen, das den Pflanzen als Nährstoff zum Wachstum dient, erklärt Angelika Scheuerl vom Projekt. So ist, nachdem das "Fischwasser" die Filter und die Pflanzenwurzeln passiert hat, nur noch eine geringe Menge an Nitrat im rücklaufenden Wasser enthalten. Dieses fließt in das Fischbecken zurück.

Fische und frisches Gemüse werden im Bioladen verkauft

Alles was aus dem System entnommen wird, sind abgeerntete Pflanzen oder Pflanzenteile und Fisch. An der Petersstraße sind das Tomaten, Basilikum und Salat sowie Karpfen und Tilapia. Die Fische und das Gemüse aus der Anlage sollen perspektivisch in einem hauseigenen Bioladen inklusive Suppenküche verkauft werden.