Schulpflicht unter besonderen Bedingungen

Jubiläum Die "Werk-statt-Schule" der Stadtmission Chemnitz feiert 20-jähriges Bestehen

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Schulleiterin Doreen Brenn (li.) führte die Gäste beim gestrigen Jubiläum durch die Einrichtung. Foto: Toni Söll

Zenti-Kids - an diese Bezeichnung, die Ende der 90er Jahre für Straßenkinder an der Zentralhaltestelle erfunden wurde, werden sich viele Chemnitzer noch erinnern können. Um unter anderen diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, wurde damals die "Werk-statt-Schule" an der Zwickauer Straße 292 als eines von drei Bundesmodellprojekten in Sachsen gegründet.

Am gestrigen Dienstag feierte die Einrichtung der Chemnitzer Stadtmission ihr 20-jähriges Bestehen und bot Interessierten im Rahmen von Führungen Einblicke in die tägliche Arbeit der Mitarbeiter.

Eine "normale" Schule ist nicht für jeden die Richtige

"Wir bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit der Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Schulpflicht unter besonderen Bedingungen mit individueller schulischer, sozialpädagogischer und werkpädagogischer Förderung", erklärt Schulleiterin Doreen Brenn. Eine "normale" Schule sei meist das auslösende Moment für unterschiedlichste Probleme:

"Schwierige familiäre Hintergründe, Suchtproblematiken oder Verhaltensauffälligkeiten führen zu Leistungsdefiziten. In der 'Werk-statt-Schule' versuchen wir, mithilfe eines ganzheitlichen Lernansatzes diese Defizite zu kompensieren. Jugendhilfe und Schule ergänzen sich hier intensiv im Sinne einer ganzheitlichen Förderung der Schülerinnen und Schüler."

Individuelle Schulung für eine positive Persönlichkeitsentwicklung

Die Basis dafür bildet eine Klasse mit höchstens 16 Schülern, in der Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren gleichzeitig lernen. "Da die Jugendlichen ganz unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen, werden sie in zwei bis drei Gruppen individuell beschult." Seit Beginn besteht zudem eine Kooperationsvereinbarung mit der Sächsischen Bildungsagentur Chemnitz, um einen möglichen Hauptschulabschluss anzustreben und auch den Übergang ins Berufsleben zu meistern.

Doreen Brenn: "Die Ergebnisse belegen: Für die positive Persönlichkeitsentwicklung der Absolventinnen und Absolventen ist dies vor allem in der aktuellen Zeit ein unverzichtbarer Bestandteil der Jugendhilfe in Chemnitz im Lebensbereich Schule."