Sieben Geister und eine Familie

Theaterpreis Sören Hornung wurde für "Sieben Geister" ausgezeichnet

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Foto: spxChrome/Getty Images/iStockphoto

Der Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik 2018 geht an Sören Hornung für sein Stück "Sieben Geister". Der 1989 in Berlin geborene Regisseur, Autor und Performer setzte sich gegen 33 Mitbewerber durch.

Seine Geschichte beginnt mit der Beerdigung einer Großmutter. Doch statt Trauer und Ruhe finden am Grab Provokationen und Wut statt. "Bereits der Szeneneinstieg ist damit sehr spannend. Hornung schafft starke Situationen, die den Zuschauer sofort in den Konflikt hineinziehen", erläutert René Schmidt, Schauspiel-Dramaturg der Theater Chemnitz, der zur fünfköpfigen Jury des Theaterpreises gehört.

Die Enkelgeneration holt die Leichen aus dem Keller

"Sieben Geister" spannt anhand dreier Generationen einen Bogen von 1945 bis heute. Es erzählt aus der Perspektive einer Familie vom Erbe sprachloser Geschichte, vom haltlosen Leben ohne Erfahrung. Seine genau gezeichneten Figuren - allesamt Erben des Unglücks - sind in Gefahr zu verblassen oder auf die falschen Feinde loszugehen.

Erst die Enkelgeneration revoltiert, zunächst mit Selbstzerstörung, dann mit der konkreten Frage nach der Ursache der familiären Aggressivität und Lethargie. Und sie holt die Leichen aus dem Keller, stellt vehement die Altvorderen in Frage.

Der Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik versteht sich als Nachwuchs- und Förderpreis für junge Autorinnen und Autoren. Er wird 2018 zum fünften Mal vergeben. Am 11. Mai um 20 Uhr findet im Schauspielhaus die Premiere des Gewinnerstücks unter Regie von Laura Linnenbaum statt.