Sonnenberg-Tunnel soll kommen

Stadtplanung Errichtung des lang ersehnten Durchgangs soll im Juni beginnen

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Foto: Getty Images/iStockphoto/io_nia

Im Gemeindesaal der St.-Joseph-Kirche auf dem Sonnenberg war am Dienstagabend kaum ein Stuhl frei. Rund 50 Bürger kamen zu der öffentlichen Diskussion, welche das Stadtteilmanagement organisierte. Thema war der geplante Bau einer Verbindung vom Sonnenberg direkt zum Hauptbahnhof.

Bestehender Tunnel wird weiter gebaut

Die Teilnehmer des Treffens waren in der Mehrheit klar für den Weiterbau des bereits teilweise bestehenden Tunnels der Deutschen Bahn vom Untergrund des Bahnhofs bis zur Dresdner Straße. Doch es gab auch mahnende Stimmen, die laut wurden. Ein Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenverbands betonte beispielsweise die Notwendigkeit, dass alle Umbaumaßnahmen auch an der Straße unter dem strengen Gesichtspunkt der Barrierefreiheit durchgeführt werden sollen.

Bürger bringen sich mit ein

Ein anderer Bürger schlug den Bau einer Rolltreppe anstatt des normalen Aufgangs vor, so wie er vom Tunnel hoch zum Ausgang an der Dresdner Ecke Gießerstraße geplant ist. Der anwesende Leiter des städtischen Tiefbauamts, Bernd Gregorzyk, verwies auf die hohen Kosten der Unterhaltung einer solchen Einrichtung: "Wir müssen auch an die Zeit denken, wenn es der Stadt finanziell nicht mehr so gut gehen wird." Das Geld sowie die "stringenten Regeln für Bau und Planung" sind auch der Grund, so Gregorzyk, dass man an dem geplanten Tunnel und dem überdachten Ausgang baulich nichts ändern kann.

Er antwortete damit auf entsprechende Anfragen der Anwesenden. Ein junger Sonnenberger kritisierte zudem, dass man künftig in dem Tunnel nicht mit dem Fahrrad fahren dürfte. Das wäre in der sogenannten "Bazillenröhre", einem Durchgang zum Sonnenberg für Fußgänger und Radfahrer, besser.

Baubeginn im Juni

Nach Aussage von Amtsleiter Gregorzyk soll der Weiterbau des auf Bahnseite bereits bestehenden Tunnels, welcher zurzeit lediglich als Fluchtweg im Brandfall dient, im Juni dieses Jahres beginnen und Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die Gesamtkosten sind unbekannt, da die Ausschreibung der Baumaßnahme noch nicht abgeschlossen ist. Gregorzyk verwies in diesem Zusammenhang aber darauf, dass aufgrund der hohen Auslastung der Baubetriebe die Preise derzeit sehr hoch seien. Fest steht dagegen, dass sich die Deutsche Bahn auf jeden Fall nicht an den Kosten beteiligen wird.