"Stell Dir vor, Du betest und...?!"

Wort zum Sonntag von Pfarrer Jens Oehme

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Pfarrer Jens Oehme Foto: Sven Gleisberg

.. du wirst gesund. Stellen Sie sich vor, Sie beten und Sie bekommen eine Arbeit. Stellen Sie sich vor, Sie beten und eine schwierige Situation verändert sich. Können Sie sich das vorstellen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich vermute, dass sehr viele Menschen irgendwann schon mal gebetet haben. Warum betet man? Ich denke, weil Menschen Hilfe, Veränderung, Trost oder ein Eingreifen brauchen. Und, weil es vielleicht etwas zwischen Himmel und Erde gibt, dass wir mit unserem Verstand doch nicht begreifen können. Das sagt aber nichts darüber aus, ob man an einen Gott glaubt oder nicht.

Laut einer Umfrage sind zirka 82 Prozent der Deutschen abergläubig. Es wird also an etwas geglaubt. Zwar nicht an Gott, sondern an etwas, was faktisch und rational echt schwer zu begreifen ist. Menschen trauen Steinen, Plüschtieren, Hufeisen und ungewaschenen Socken mehr zu, als einem Gott. Natürlich ist Gott kein Automat, so nach dem Motto: Oben ein Gebet rein und unten kommt die Erfüllung raus. Aber wäre es faktisch nicht klüger, sich auf die Suche nach diesem Gott zu begeben, als seine Hoffnung auf ein Hufeisen zu setzen? Wenn man wissen will, wie Gott ist - oder vorsichtiger formuliert - wie er sein könnte, dann sollte man sich mit Jesus beschäftigen. Er war sozusagen die Verkörperung Gottes auf dieser Erde. Wie er Menschen begegnet ist, ist ein Hinweis auf Gott. Jesus ermutigte Menschen, mit Gott zu reden, also zu beten. Alles, was uns bewegt, beschäftigt, niederdrückt, zur Verzweiflung bringt, aber auch das, für was wir dankbar sind, was uns freut, dürfen wir Gott im Gebet sagen und sein Hilfe erbitten. Probieren Sie es! Wagen Sie, ein Gebet zu sprechen. Was soll schon passieren, außer das Gott antwortet.

Jens Oehme, Pfarrer