Telefonieren gegen die Einsamkeit

Hilfe Immer mehr Menschen leben allein zu Hause

telefonieren-gegen-die-einsamkeit
Iris Ciesielski, Leiterin der Telefonseelsorge in Chemnitz. Foto: privat

Das Weihnachtsfest wird traditionell im Kreis der Familie gefeiert. Doch die Zahl derer, die alleine leben und niemanden haben, zu dem sie gehen können, nimmt zu. Sachsen gilt sogar als "Single-Hochburg". In deutlich über einem Drittel aller Haushalte lebt nur eine Person. Die drei Großstädte sind dabei besonders betroffen.

Eine Möglichkeit, um in solchen Stunden über seine Sorgen zu sprechen und das gute Gefühl zu haben, dass jemand zuhört, ist ein Anruf bei der Telefonseelsorge, welche in Chemnitz unter dem Dach der Stadtmission tätig ist. Seit mittlerweile 60 Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit, am Telefon über Einsamkeit, Verzweiflung und Verbitterung zu sprechen. Die Mitarbeiter werden sich "die ausgesprochenen Sorgen und Nöte anhören und sie mit den Anrufenden teilen. Es wird versucht, gemeinsam mit den Anrufenden Wege zu finden aus der Krise oder aus der Traurigkeit. Mit dem Angebot wird vor allem die Gewissheit vermittelt: Es gibt jemanden, der zuhört", beschreibt die Telefonseelsorge der Stadtmission um Leiterin Iris Ciesielski ihre Arbeit. Die Mitarbeiter sind dabei alle ehrenamtlich tätig und arbeiten im Schichtsystem, damit immer jemand erreichbar ist. Die kostenfreien Rufnummern für ganz Deutschland, 0800-111-0-111 und 0800-111-0-222, sind auch an den Feiertagen rund um die Uhr erreichbar. Dabei wird auf strikte Anonymität geachtet. "Keiner muss seinen Namen oder seine Adresse sagen, und auch die Rufnummer des Telefons wird nicht angezeigt", versichert die Telefonseelsorge.

Wer Interesse an einer solchen gemeinwohlorientierten Tätigkeit hat, kann sich unter der Telefonnummer 0371-4046434 bei Leiterin Iris Ciesielski bei der Stadtmission melden.