Uni-Mitarbeiter optimieren Kindersitze mit leichteren Kopfstützen

Forschung Deutsch-polnische Kooperation läuft gut

Ein geeigneter Kindersitz im Auto sollte vor allem drei Kriterien erfüllen: einen hohen Grad an Sicherheit, ein geringes Gewicht und eine einfache Handhabung. Zur optimalen Erfüllung dieser Punkte sowie einer wirtschaftlicheren Bauteilfertigung leisten Forscher der TU Chemnitz derzeit einen wichtigen Beitrag. Im Rahmen einer internationalen Forschungskooperation mit einem polnischen Kindersitzhersteller sowie einem thüringischen Kunststoffunternehmen entwarfen sie eine ultraleichte Kopfstütze. Diese weist eine verbesserte Crashperformance auf und schafft die Voraussetzungen für eine vorteilhafte Bauteilproduktion. Die Forscher der Professur für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung entwickelten dafür ein sogenanntes "umgeformtes Organoblech" für die lokale Versteifung der Kopfstütze.

"Dies sind Fasergewebe, die von einer Kunststoffmatrix umschlossen sind. Sie zeichnen sich durch ihre besondere Steifigkeit, Festigkeit sowie ihr geringes Gewicht aus und eignen sich damit ideal für den Einsatz in Leichtbauanwendungen - zum Beispiel im Flugzeug- oder Automobilbau", erläutert Norbert Schramm, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur. Das thüringische Kunststoffunternehmen Polycomb war im weiteren Entwicklungsverlauf für das energiesparende Partikelschaum-Verbund-Spritzgießen zuständig. Im Ergebnis ist die neuentwickelte Kopfstütze für Kinder in der Gewichtsklasse von 9 bis 36 Kilogramm 26 Prozent leichter als ein vergleichbares Standardbauteil. Zu den weiteren Vorteilen gehören das leichtere Handling beim Ein- und Ausbau des Kindersitzes und die kostengünstigere Anschaffung für Endverbraucher.