Unruhen nach GGBO-Demo: Polizisten angegriffen

Demo Zahlreiche Anzeigen und Ermittlungen laufen

Heute fand in Chemnitz eine Demo für Rechte von Gefangenen statt. Foto: Jan Härtel/ Härtelpress

Am Sonntagnachmittag fand im Chemnitzer Stadtteil Bernsdorf eine Demonstration der Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation (GGBO) für die Rechte der Gefangenen in der JVA Chemnitz statt. Insbesondere fordert die GGBO bessere Bezahlung und bessere Haftbedingungen. Die Demo begann an der TU Chemnitz und marschierte dann über die Reichenhainer Straße bis zur JVA Chemnitz. Die Reichenhainer Straße musste mehrfach voll gesperrt werden.

Update vom 12. März: Als sich die Demonstration aufgelöst hatte und die Teilnehmer abreisen wollten, kontrollierten Polizisten die Insassen eines Fahrzeugs in der Reichenhainer Straße. Der Grund: Einer der im Auto befindlichen Personen hatte einen Nebeltopf gezündet.

41 Personen störten die Kontrolle, als sie auf dem Weg zur Innenstadt waren, indem sie sich mit den Fahrzeuginsassen solidarisierten und die Polizisten umstellten.

Daraufhin griffen drei Personen aus der Gruppe heraus die Beamten an und verletzten dabei eine 25-jährige Polizistin und einen 22-jährigen Polizisten leicht.

Es kam noch zu weiteren Widerstandshandlungen. Die Störer konnten von der Polizei letztlich umstellt und die Lage damit beruhigt werden.

Bis zum Abschluss dieser Spontanversammlung wurden drei Personen in Unterbindungsgewahrsam genommen. Schließlich kam sie gegen 18:20 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Chemnitz zum Ende.

Anzeigen und Ermittlungen

Gegen die oben genannten 41 Personen wird nun wegen Verdacht auf Landfriedensbruch ermittelt, gegen einen 19-Jährigen läuft eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie versuchte Körperverletzung und gegen einen 22-Jährigen wird deswegen ermittelt.

Des Weiteren bekam ein 28-Jähriger eine Anzeige wegen versuchter Gefangenenbefreiung, da er versucht hatte, Personen aus den polizeilichen Maßnahmen zu befreien.

Auch ein 30-Jähriger, der in Richtung des Aufzuges den Hitlergruß gezeigt hatte, erhielt eine Anzeige wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.