Update: Causa Frahn geht beim CFC in die Verlängerung

FUSSBALL Berufung verhindert juristische Einigung in dieser Auseinandersetzung.

Es bleibt - Stand jetzt! - dabei: Für Daniel Frahn ist bei der Chemnitzer FC Fußball GmbH kein Platz mehr. Darüber hat der Verein nach der heutigen öffentlichen Verhandlung am Arbeitsgericht Chemnitz via Pressemitteilung informiert: "Diese Entscheidung wird die Chemnitzer FC Fußball GmbH nicht akzeptieren und kündigt zugleich an, gegen das Urteil vom 11. Dezember 2019 Berufung einzulegen." Zuvor hatte das Gericht unter der Leitung des Vorsitzenden Dirk Weber die fristlose Kündigung, welche der CFC-Stürmer am 5. August vom damaligen Geschäftsführer Thomas Sobotzik, erhielt, für ungültig erklärt. Begründung: "Arbeitsverhältnis fristlos zu beenden. "Die außerordentliche Kündigung ist an sehr hohe Hürden gebunden." Durch die Berufung ist das Urteil damit nicht mehr rechtskräftig.

Auslöser: Auswärtsspiel in Halle

Am 3. August zeigte sich Frahn beim Auswärtsspiel beim Halleschen FC im Gästeblock mit führenden Köpfen von "Kaotic Chemnitz", welche dem rechten Spektrum zugerechnet werden. Mit eben diesen Personen hat er auch die Fahrt nach Halle angetreten. Die CFC-GmbH begründete ihre Entscheidung mit einer offenkundig zur Schau gestellten Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung und einem damit verbundenen massiv vereinsschädigenden Verhalten.

Güteverhandlung endet ohne Einigung

Im September hatte es bereits eine Güteverhandlung gegeben, die allerdings nach wenigen Minuten ergebnislos beendet wurde. Die Anwälte von Frahn, der einen Vertrag bis 2021 besitzt, hatten damals die Rücknahme der Kündigung oder eine Vergleichszahlung zwischen 250.000 und 450.000 Euro angestrebt. Die Gegenseite lehnte beides jedoch ab. "Wir reden hier von einer fristlosen Kündigung. Die kann man nicht einfach so zurücknehmen", begründete CFC-Anwältin Nicole Marquardsen die Entscheidung.

Weitere Vorgeschichte: "Support your local Hools"

Daniel Frahn ist nicht das erste Mal negativ in Erscheinung getreten. Nach seinem Treffer gegen die VSG Altglienicke am 9. März dieses Jahres hatte der Stürmer nach seinem Treffer zum 3:2 ein Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" vor der Südkurve in die Höhe gehalten. Für diese Vergehen erhielt der 32-Jährigen eine Geldstrafe plus Abmahnung. Vor der Partie wurde in einer Trauerzeremonie dem stadtbekannten Neonazi und Hooligan Thomas Haller gedacht, der am Tag zuvor einem Krebsleiden erlag. Frahn wurde damals schon die Nähe zu rechtsradikalen Anhängern nachgesagt, welches ihn schlussendlich in Halle erneut zum Verhängnis wurde.