Update: CFC erstattet Strafanzeige gegen Unbekannt - Weitere personelle Konsequenzen

FUSSBALL Fanbeauftragte von den Aufgaben entbunden

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Foto: Harry Härtel

Die Chemnitzer FC Fußball GmbH erstattet auf Grund der Vorkommnisse vom Samstag im Rahmen der Partie gegen Altglienicke Strafanzeige gegen Unbekannt wegen aller in Betracht kommenden Delikte.

Massive Ausschreitungen drohten

"Der Ablauf zum Heimspiel gegen VSG Altglienicke weicht soweit von unserem Sicherheitskonzept und den Vorfestlegungen und Absprachen zur Durchführung eines Spiels in der Regionalliga ab, dass es zu klären gilt, wie dies geschehen konnte", erklärte Klaus Siemon, Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC e.V. "Nach Aussagen der zuständigen Mitarbeiter ´drohten massive Ausschreitungen´. Dieser Umstand begründet zumindest den Anfangsverdacht für eine schwerwiegende Nötigung, der von den zuständigen Ermittlungsbehörden aufzuklären ist. In der Sache ist damit ein schwerer Landfriedensbruch gemäß Paragraph 125 StGB angedroht worden, was für die Verantwortlichen des CFC nicht hinnehmbar ist", so Siemon weiter.

Dabei soll geklärt werden, wie es geschehen konnte, dass auf der Südtribüne die Verwendung der sonst üblichen Fahnen von bis zu 99 Fanclubs unterbunden wurde, diese Fahnen zum Teil offenbar abgehängt wurden und eine sonst nicht übliche Choreografie durchgeführt wurde, an der sich eine solche Vielzahl von Personen beteiligt hat.

Haben sich Rechte aus verschiedenen Städten in Chemnitz versammelt?

Inzwischen liegen Erkenntnisse darüber vor, dass einschlägig bekannte Personen aus der rechtsextremen Szene für diesen Tag aus anderen Städten nach Chemnitz und Sachsen gereist sind.

Die Chemnitzer FC Fußball GmbH, Ihre Gesellschafter und Sponsoren sowie der Insolvenzverwalter als Vertreter des Chemnitzer FC e.V. distanzieren sich in entschiedenster Form von den Ereignissen. Diese wenden sich gegen jede Form von Rechtsradikalismus und sind nicht bereit, vor diesen Ideologien zurück zu weichen und den Fußball in Chemnitz aufzugeben.

Bereits am Sonntag war CFC-Geschäftsführer Thomas Uhlig in Folge harscher Kritik am Verein zuruckgetreten.

Update 12.03.: Der Insolvenzvertreter des CFC, Klaus Siemon, erklärte am Montag dem MDR: "Wir sind nicht bereit vor den braunen Ideologien zurückzuweichen und uns den Fußball in Chemnitz wegnehmen zu lassen."

Aus diesem Grund bittet der Verein nun alle Himmelblauen, ihre Erkenntnisse über die Abläufe in der Fankurve den zuständigen Behörden mitzuteilen.

Update 10.03., 12.10 Uhr: Weiterhin gab der Verein bekannt, dass die Fanbeauftragte und SPD-Stadträtin Peggy Schellenberger ab sofort von ihren Aufgaben bei den Himmelblauen entbunden wird. Darüber hinaus wird Maximilian Glös, bisher Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung, freigestellt. Olaf Kadner wird fortan vom CFC nicht mehr als Stadionsprecher eingesetzt.

Update 10.03., 12.25 Uhr: Die Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH (CAC) distanziert sich entschieden von den Vorkommnissen am Samstag im Stadion des Chemnitzer FC. Der Sponsoringvertrag mit dem CFC, der zum Saisonende im Juni 2019 ausläuft, wurde bereits Ende 2018 gekündigt. "Wir prüfen aber aktuell juristisch, unsere Leistungen mit sofortiger Wirkung einzustellen", so Jörg Engelmann, Geschäftsführer und Sprecher CAC. Die Ereignisse dieses Wochenendes bestärken die Entscheidung. CAC ist ein international tätiges Ingenieurunternehmen mit Kundenbeziehungen in mehr als 50 Ländern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus fast 30 Nationen. "Wir stehen daher nicht nur persönlich, sondern auch als Arbeitgeber und Geschäftspartner für die Werte eines weltoffenen, friedlichen und toleranten Miteinanders", so Engelmann in einer Mitteilung. Seit September 2018 unterstützt CAC aktiv die Kampagne "Chemnitz ist weder grau noch braun". Extremismus in jeglicher Form wird entschieden verurteilt.