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Vier Straftaten nach Demonstrationen vom 9. November

Demos "PRO Chemnitz" Teilnehmer führen Pfefferspray mit und verletzen Beamten

In Chemnitz fanden gestern zum Gedenken an die Opfer der Reichsprogrommnacht zahlreiche Aufzüge statt sowie eine erneute Versammlung von "PRO Chemnitz".

Michael Kretschmar und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig nahmen am Mittag an einer Gedenkveranstaltung am Stephanplatz teil. Diese sowie weitere Aufzüge, wie die unter dem Motto "Aufstehen gegen Rassismus; Solidarität statt Rassismus" und das "Stolpersteinputzen" der "Jusos Chemnitz", verliefen störungsfrei. "Die Linke" traf sich nahe der TU Chemnitz ebenso zu einer friedlichen Gedenkveranstaltung.

Die an der Kaßbergstraße gestartete Versammlung des Bündnisses "Chemnitz nazifrei", bewegte sich ins Zentrum an die Brückenstraße. Diese wurde gegen 18 Uhr vom Versammlungsleiter aufgelöst. Teilnehmer der Demo schlossen sich daraufhin der dort stattfindenden Versammlung von "Aufstehen gegen Rassismus, Solidarität statt Rassismus" an.

An der Synagoge trafen sich gegen 17.30 Uhr die Teilnehmer des Aufzugs "Lichterwege" und liefen anschließend ins Stadtzentrum bis zum Park der Opfer des Faschismus. Die Versammlung verlief störungsfrei und wurde gegen 21 Uhr beendet.

In der Brückenstraße begann gegen 10 Uhr die Versammlung von "PRO Chemnitz". Dieser sollte über die Theaterstraße bis zum Falkeplatz und wieder zurück führen. Noch bevor der Aufzug gegen 20.00 Uhr startete, hatten sich gegen 19.15 Uhr mehrere Gegendemonstranten an der Börnichsgasse auf die Aufzugsstrecke begeben. Beim zurückdrängen durch die Polizei stürzte eine Frau und verletzte sich leicht. Die Beamten unterzogen 13 Identitätsfeststellungen und sprachen Platzverweise aus.

Zahlreiche Menschen sammelten sich später in der Inneren Klosterstraße, nahe des Aufzuges vom "PRO Chemnitz" und demonstrierten in Hör- und Sichtweite. An der Theaterstraße wurden Teilnehmer mit Apfelstücken beworfen. Verletzt wurde niemand.

Gegen 21 Uhr galt die "PRO Chemnitz" Demonstration am Falkeplatz zunächst für beendet. Einige Teilnehmer verließen daraufhin die Versammlung. Der Rest folgte der ursprünglichen Route zurück zur Brückenstraße. Die Versammlung war gegen 21:35 Uhr schließlich beendet.

Bilanz der Behörden

Insgesamt vier Straftaten sind bislang registriert worden. Teilnehmer (Alter: 50,29,17) der "PRO Chemnitz" Demonstration führten Pfefferspray mit sich. Ein weiterer Teilnehmer der Versammlung verletzte offenbar einen Polizeibeamten, indem er ihm gegen den Kopf schlug.

Nach Schätzungen der Versammlungsbehörde nahmen an den gestrigen Versammlungen etwa 1.200 Teilnehmer an der "PRO Chemnitz" Veranstaltung teil. Demgegenüber versammelten sich etwa 1.000 Gegendemonstranten.



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