Wandel der Arbeitswelt: Sachsen braucht Fachkräfte

Wirtschaft Digitalisierung bestimmt den Arbeitsmarkt

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50 Prozent aller Betriebe haben Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer Stellen. Foto: Andreas Seidel/Archiv

Die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland stimmt nicht nur positiv - zumindest auf lange Sicht. Denn: Die Fachkräfte-Engpässe nehmen an Bedeutung zu - schon heute haben 50 Prozent aller Betriebe Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer Stellen.

Besonders betroffen:

Unternehmensnahe Dienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen. Die Zahl unbesetzter Stellen ist in Sachsen allein zwischen 2015 und 2016 um die Hälfte auf 45.000 Stellen angestiegen. "Die Herausforderungen der Fachkräftesicherung sind groß", betonte Arbeitsminister Dulig in einer Rede im Sächsischen Landtag.

"Auch wenn sich ein flächendeckender Fachkräftemangel im Moment nicht abzeichnet, wäre es grob fahrlässig die Hände in den Schoß zu legen. Dies liegt auch am demografischen Wandel." Vor allem aber stelle die zunehmende Digitalisierung neue Anforderungen, sowohl an Unternehmen als auch an Arbeitnehmer.

Digitalisierung bestimmt den Markt

"Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft die Fachkräfte sind, die wir für einen starken Wirtschaftsstandort Sachsen dringend benötigen."

Eine wichtige Voraussetzung für die Fachkräftesicherung seien attraktive Arbeitsbedingungen, sagte Dulig angesichts der unterdurchschnittlich bewerteten Qualität der Arbeit im Freistaat. So bemängeln Arbeitnehmer niedrigere Löhne und fehlende Tarifbindung, geringere Entwicklungsmöglichkeiten, eine steigende Anzahl befristeter Neueinstellungen und weniger Übernahmen in unbefristete Arbeitsverhältnisse.

Das sei auch an der deutlichen Zunahme der Kündigungen durch Arbeitnehmer erkennbar. Dulig: "Wir brauchen einen Kulturwandel hin zu einem sozialpartnerschaftlichen Verständnis von Wirtschaft und Arbeit. Die Arbeitnehmer sind keine Bittsteller, sondern Säulen des wirtschaftlichen Erfolges."



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