Was hat der Zeuge gesehen? Tatortbegehung zum Tod von Daniel H.

blaulicht Räumliche und bauliche Gegebenheiten sollten geklärt werden

Insgesamt 100 Polizeibeamte waren in der Nacht zu Donnerstag Stadtzentrum im Einsatz. Die Hundertschaft sicherte den Tatortbereich ab, an dem sich im vergangenen August ein tödlicher Messerangriff auf Daniel H. ereignete. Der Beginn der Verhandlung zum Totschlagprozess gegen Alaa S. (23) waren Anlass für die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen der Polizei.

 

Das Gericht veranlasste zur "Aufklärung der baulichen und räumlichen Gegebenheiten" einen Vororttermin im Dönergeschäft "Alanya" in der Brückenstraße. Insbesondere soll die Sicht aus dem Verkaufsfenster unter nächtlichen Lichtverhältnissen in Richtung Tatort geprüft werden. Dort habe der Hauptbelastungszeuge, Younis al. N., in der besagten Tatnacht den Angeklagten Alaa S. erkannt, sich aber in weiteren Prozessaussagen teilweise widersprochen. Derzeit befindet sich der Libanese im Zeugenschutzprogramm, da dieser diverse Drohungen erhielt. Der Einsatz in der Nacht zu Donnerstag sollte klären, ob es Younis al. N. möglich gewesen war, über die Entfernung von 60 Meter, den Angeklagten Alaa S. klar zu erkennen.

 

Bereits vor dem Beginn des Termins, versammelten sich zahlreiche Anhänger von Pro-Chemnitz um den Tatortbereich. Auch einige arabische Zuschauer und Freunde des Angeklagten waren anwesend.