Weihnachtsmärchen im Schauspielhaus

Premieren Neues Gefüge aus Raum und Zeit

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Aus "Europa! - Ein patriotischer Abend, 1917!" Foto: Dieter Wuschanski/Theater

Ein Weihnachtsmärchen und eine szenische Collage feierten an diesem Wochenende im Chemnitzer Schauspielhaus Premiere. Vorweihnachtlich besinnlich wurde es in der klassischen Geschichte eines verbitterten, kühlen alten Mannes, dessen Herz durch die Liebe und Unbekümmertheit eines Kindes erweicht wird - eine Neuinszenierung des Romans "Der kleine Lord Fauntleroy" von Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886. Dessen Premiere war am 25. November um 16 Uhr.

Worum geht´s?

In der Story lebt der erst achtjährige Cedric zusammen mit seiner verwitweten Mutter in einem dicht bevölkerten Teil New Yorks. Eines Tages meldet sich Earl of Dorincourt, Cedrics bislang unbekannter Großvater aus England. Durch seine unvoreingenommene Art gewinnt Cedric schon bald das Herz des zurückgezogen lebenden Griesgrams. Das Weihnachtsmärchen wurde von Silke Johanna Fischer in Szene gesetzt, die bereits die Sommertheaterproduktion "Zorro" verantwortete.

Zurück ins 20. Jahrhundert

Am gestrigen Sonntag um 18 Uhr gab es außerdem als neues Stück am Schauspielhaus die szenische Collage "Europa! - Ein patriotischer Abend, 1917!" zu sehen. "Der Abend führt zurück an den Beginn des 20. Jahrhunderts, als die künstlerischen Avantgarden zahlreiche neue, expressive und radikal-subjektive Bildsprachen entwickelten: Klänge, Texte, Formen und Farben sollten sich in einem neuen Raum-Zeit-Gefüge auflösen", kündigten die Theater an.

In einem poetischen Zusammenspiel von Text, Theater, Tanz, Musik und Bildender Kunst spüre Schauspieldirektor Carsten Knödler Künstlerbiografien, Impulsen und Strömungen jener Welt um 1917 nach, die zwischen den Zeiten in hoffnungsvollem Aufbruch ihren Anfang nahm und schließlich in einem kollektiven Kollaps mündete, dessen Folgen bis heute spürbar sind, so die Theater weiter.