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Wenn Papier klingt

Made in Chemnitz Forscher der TU drucken Elektronik

Esche-Strümpfe aus Chemnitz waren weltberühmt und FEWA wurde hier entwickelt. Auch heute noch gibt es Erfindungen, Produkte und Dienstleistungen "Made in Chemnitz", die die Welt erobern. BLICK stellt sie in einer Serie immer mittwochs vor.

Ein Stück Papier, ein kleiner Verstärker, ein Kabel, ein Handy: Alles miteinander verbunden, ergibt das ein Musiksystem, das nicht unbeträchtlich Krach von 80 Dezibel erzeugen kann - die Lautstärke eines Presslufthammers. Das Papier übernimmt dabei die Rolle des Lautsprechers. Es ist mit besonderen Strukturen bedruckt: Silberfarben für die Signalübertragung und leitfähigen und nicht leitfähigen Kunststoffen. Liegt eine Spannung am Papier an, verformen die Kunststoffe ihre Struktur und geben die Lieder aus der Playlist des Handys wieder. "Bis in Frequenzen von 200 Hertz klingt das gut", erklärt Maxi Bellmann. Sie ist eine von 30 Mitarbeitern am Institut für Print- und Medientechnik an der TU Chemnitz (PMTUC). In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit den Anforderungen, die das Drucken von elektronischen Strukturen aus Kunststoffen mit sich bringt. Gedruckte Elektronik hat vor allem ein Ziel: Die Geschwindigkeitsvorteile des Druckens zu nutzen, um kostengünstig Bauteile herzustellen - mit Transistoren begann es vor zwölf Jahren, RFID-Chips können gedruckt werden, Solarzellen, Sensoren oder eben auch Lautsprecher. Das PMTUC ist auf diesem Gebiet weltweit ganz weit vorn dabei. Bis zur Marktreife ist es bei den meisten Bauteilen noch ein Stück. Doch die Industrie interessiert sich schon für die Arbeit der Chemnitzer Forscher: Das Lautsprecherprojekt wurde mit einem großen Automobilzulieferer betrieben - schließlich hat bedrucktes Papier Vorteile: Vor allem ist es wesentlich leichter als Plastik - für Autos angesichts der Benzinpreise ein gewichtiges Argument.