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Wie eine Studentin ihre "Gedanken um Mitternacht" clever nutzt

INTERVIEW Anika Weber ist Studentin und Podcasterin

Anika Weber weiß wie's geht. Im Interview mit BLICK-Redakteurin Katharina von Storch plaudert sie über ihren aufstrebenden Chemnitzer Podcast und gibt heiße Tipps für angehende Podcaster.

BLICK: Anika! Was macht deinen Podcast "Gedanken um Mitternacht" aus? Also warum sollte jemand an dieser Stelle weiterlesen und anschließend deinen Podcast hören?

Anika: Ich behandle Themen, die so noch wenig besprochen wurden und würde einfach mal behaupten, dass man aus jeder Folge einen komplett neuen Impuls mitnehmen kann. Auch meine Gäste, die ich sorgfältig auswähle, sind super unterschiedlich. Dadurch bleibt es immer spannend, auch für mich. Kurz gesagt: Von "Urban Legends" bis Gespräche über Liebe oder Ängste ist alles dabei. Ich hatte auch schon jemanden da, der ein eigenes Festival aus dem Boden gestampft hat oder einen Notfallsanitäter. Das Programm ist vielfältig.

Wenn du deinen Podcast in ein Genre einordnen müsstest, welches wäre es?

Auf Spotify habe ich "Persönliche Geschichten", "Selbsthilfe" und "Hobbies" ausgewählt, ich würde sagen "persönliche Geschichten" passt und vielleicht "Gesellschaftstalk".

Drei Eigenschaften von deinem Podcast?

Neugierig, verträumt, offen.

Was kann der Podcast, was andere Podcasts nicht können?

Ich glaube, es ist die Vielfalt an Menschen, die zu Wort kommen und ihre spannenden Geschichten. Bei vielen Podcasts sind es oft dieselben ein bis zwei Personen, die sprechen.

Wie wählst du deinen Themen aus?

Der Podcast-Name ist Programm. Ich brauche abends sehr lange, bis ich einschlafe und dabei mache ich mir viele Gedanken über das Leben, die Zukunft, den Tag... über so ziemlich alles eigentlich. Was dabei hängen bleibt wird zum Podcast-Thema!

Nach welchen Kriterien wählst du deine Gäste aus?

Wichtig ist natürlich, dass sie zum Thema passen! Ich denke aber 90 Prozent wähle ich danach aus, ob ich mich gut mit ihnen unterhalten kann. Deswegen sind es auch oft interessante Charaktere, die ich über meine Zeit hier in Chemnitz kennengelernt habe und mit denen ich schon eine gute Gesprächsbasis habe. Die anderen zehn Prozent sind Gäste, die einfach eine spannende Geschichte haben.

Was ist deine Lieblingsfolge und warum?

Die kommt jetzt am Sonntag raus! Ich spreche mit einer Ghosthunterin/einem Medium aus Berlin, einer Frau, die sagt, sie könne Geister sehen und zu der Menschen kommen, wenn sie Spukphänomene bei sich zu Hause feststellen. Ich finde es cool, auch solche abstrakten Themen mit aufzunehmen, die nicht alltäglich sind und doch interessant, unter anderem, um mit Missverständnissen aufzuräumen und einen Diskurs anzuregen.

Die bisher lustigste Folge war aber auf jeden Fall "Das Chemnitz-Gefühl" und am meisten gelernt habe ich in der Folge "Technik - Fluch und Segen". Da spreche ich mit einem Informatiker, der mir erklärt, wie leicht es wirklich ist Passwörter zu knacken oder was sich hinter dem Darknet verbirgt.

Wie viel Zeit in Stunden steckst du in die Redaktion, Produktion und Aufnahme einer neuen Podcast-Folge?

Eine Folge braucht in etwa vier bis fünf Stunden. Die Aufnahme dauert zirka ein bis zwei Stunden, und ungefähr das Doppelte an Aufnahmezeit brauche ich für den Schnitt. Dann noch hochladen, formatieren und Social Media...

Was hast du durch das Podcasten gelernt?

Einfach neugierig zu sein oder die Augen immer offen zu halten. Hinter einem kleinen Stein kann sich eine große Geschichte verbergen, so ist das auch mit Menschen. Ich bin immer wieder überrascht, was für spannende, verrückte und bewegte Lebensgeschichten Menschen haben und wie viel ich von ihnen lernen kann.

Ich nehme mal an du hörst auch selbst Podcastst. Welche anderen Podcasts kannst du noch empfehlen?

Die Sprechstunde mit LeFloid, Olli und Paul

Jack und Sam - Ein Freundinnengespräch über das Leben und man hat das Gefühl man ist auch einen der Freundinnen

Enissa Amanis "Statements aus Seide" - Das ist der Podcast, aus dem ich bisher am meisten mitgenommen bzw. wo ich am meisten gelernt habe. Enissa leistet viel Aufklärungsarbeit und behandelt wichtige Themen wie Antisemitismus, Diverstiy, Inklusion, Politik, Meinungsfreiheit und Glaube. Ich finde es cool, dass sie als persisch-deutsche Frau mit in den Diskurs einsteigt. Man kann viel von ihr lernen. Es braucht mehr solche Menschen.

Was ist dein Top Chemnitz Podcast neben deinem?

Na da nenne ich auf jeden Fall die Podcasts meiner Radio Unicc-Kollegen:

"Die Crunchtime" - Ein Informatiker Podcast von Wieland und Jona

"Lass Machen!" von Lars und Valeria

Tipp: Anikas Podcast "Gedanken um Mitternacht" erscheint immer am ersten Sonntag im Monat und läuft von 18. bis 19. Uhr auf der Radio Unicc Frequenz 102,7 MHz. Eine Stunde danach wird er auf Spotify veröffentlicht. Zudem gibt es ihn auf der Website von Radio Unicc zu hören, für alle die sich nicht auf Streaming-Plattformen einloggen wollen.

Für mehr Infos und um up to date zu bleiben, folgt Anika und/oder Radio Unicc auf Instagram.