Zugstrecke Leipzig-Chemnitz: Vorläufig fahren keine moderneren Züge

Verkehr Dienstleister hat Probleme bei Fahrzeugbeschaffung

Auf absehbare Zeit wird es keine spürbaren Verbesserungen auf der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig geben. Dies erklärte Harald Neuhaus, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Mittelsachsen (VMS), am Montag auf einer Veranstaltung der IHK Chemnitz. Bis auf Weiteres werde das alte Zugmaterial auf der Strecke verkehren, dass durch seinen geringen Komfort für massive Kritik sorgte. Im Sommer 2018 war deshalb ein Gespräch mit der in Berlin sitzenden Transdev GmbH gesucht worden, die die Verbindung betreibt. Der Freistaat Sachsen hatte Fördermittel für besseres Zugmaterial zugesagt. Entsprechend sollte der ursprüngliche Vertrag zwischen dem VMS als Auftraggeber für den Betrieb der Strecke und Transdev angepasst werden: "Der Nachtrag liegt seit mehreren Wochen bei Transdev", so Neuhaus. Statt zu unterschreiben, habe Transdev vergangene Woche mitgeteilt, dass sich ein Projektpartner, der für die Bereitstellung der Fahrzeuge zuständig sei, zurückgezogen habe.

"Was angekündigt wurde, kommt nicht", fasste der Bundestagsabgeordnete Detlef Müller zusammen. Der Landtagsabgeordnete Peter Patt warf die Frage in den Raum, warum man den Dienstleistungsvertrag mit Transdev nicht kündige. Neuhaus sah jedoch Schwierigkeiten, einen alternativen Anbieter zu ähnlichen Konditionen zu finden. Auch verbessertes Zugmaterial löse allenfalls einen Teil der Probleme auf der Strecke Chemnitz-Leipzig: "Der Ausbau der Strecke ist die wichtigste Voraussetzung." Dies gelte sowohl für den Nah- wie für den Fernverkehr. Wie Eckard Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, erklärte, sei die Schaffung der Infrastruktur - etwa mehr zweigleisige Bereiche oder die vollständige Elektrifizierung - aber frühestens innerhalb der nächsten zehn bis 14 Jahre realistisch.

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