Architekt entwickelt Ideen für städtischen Schandfleck

Baubrache Zschopauer Stadtrat prüft Visionen für ehemalige Kino-Fläche

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Wo früher das Zschopauer Kino stand, befinden sich heute viele Sträucher und meistens auch Autos. Foto: A. Bauer

Zschopau. Bauarbeiten prägen seit Wochen das Bild rund um den Zschopauer Park "An den Anlagen". Die Hülle des neuen Brunnens wurde unlängst installiert. Auch auf den Straßen der Umgebung sind die Bagger aktiv. Von der Fläche, auf der sich einst das kulturelle Zentrum der Stadt befand, lässt sich das allerdings nicht behaupten. Dort, wo 1917 das Kinotheater eröffnet wurde, klafft eine große Lücke. Das Objekt, das im Laufe der Zeit auch als Lichtspielhaus, Kammerlichtspiele, Filmeck oder Stadthalle viele Besucher anzog, ist verschwunden. Stattdessen übernimmt der Wildwuchs den Bereich, der nicht als Parkfläche genutzt wird. Mehr als zehn Jahre nach dem Abriss des großen Gebäudes kommt nun allmählich wieder Bewegung in die Sache. So befasste sich der Zschopauer Stadtrat mit der Studie für einen möglichen Neubau. Ob das Projekt aber tatsächlich finanzierbar ist, lässt sich aber derzeit noch nicht sagen.

Als Experten hatte die Stadt Carsten Weiße vom gleichnamigen Chemnitzer Architekturbüro beauftragt, Ideen zu entwickeln. Wie Bürgermeister Arne Sigmund, der das Projekt mit einer 90-prozentigen Förderung für "nicht mehr so realitätsfern" hält, sieht auch Weiße das Grundstück als optimalen Standort. Aufgrund der Nähe zur Innenstadt und zu einem Parkplatz sowie angesichts der angrenzenden Grünfläche sei ein kulturelles Objekt hier gut aufgehoben. Als sogenannten Bürgersaal stellte der Architekt eine Variante vor, die einer Bühne sowie bis zu 350 Personen Platz bieten würde. Später könnte das Gebäude beispielsweise mit Ausstellungsräumen erweitern. Eine Alternative stellt die Wohnbebauung der Fläche dar, auf der laut Weiße sieben Gartenhofhäuser mit überdachter Terrasse Platz finden würden. Ob und wie gebaut wird, ist aber noch völlig offen.