Ein Amerikaner in... Gelenau

Austausch Frage- und Antwort-Spiel an Schule Gelenau

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Für die Neuntklässler der Freien Schule "Erzgebirgsblick" gab es eine Englischstunde einmal gang anders. Der 19-Jägrigw Justin Wright aus Iowa stellte sich den Fragen der Schüler. Foto: Dirk Trautmann

Dittersdorf/Gelenau. Die 1. Begegnung mit Deutschland war für Justin Wright, genau so, wie sich viele US-Amerikaner Deutschland vorstellen und wofür einige extra in die alte Welt jetten: "Ja, wir sind auf der Autobahn gefahren. Das war cool, einfach etwas Besonderes", erzählt der junge Mann und seine Augen leuchten. Justin Wright wurde von Peter Jahr von Brüssel nach Dittersdorf gebracht. Jahr ist Europaabgeordneter und engagiert sich im Austausch junger Leute zwischen den Kontinenten.

Landwirtschaft ist sein Steckenpferd

Justin Wright absolviert derzeit ein Praktikum im Dittersdorfer Landwirtschaftsbetrieb Kempe - und das nicht von ungefähr. "Ich komme aus Iowa, einem landwirtschaftlich geprägten Bundesstaat, studiere zudem Landwirtschaft und habe die Gelegenheit einfach wahr genommen, etwas Neues kennen zu lernen", sagt der US-Amerikaner.

In dieser Woche machte Justin Wright einen Abstecher an die Freie Schule Erzgebirgsblick Gelenau und stellte sich den Fragen der Neuntklässler. Der Fragenkatalog umfasste die Bereiche Politik bis Sport.

Der Traktor fährt sich wie der zu Hause

"Es gab für mich keine Pflicht, ins Ausland zu gehen. Den meisten Amerikanern reicht ihr Land aus und sie reisen innerhalb der USA. Ich habe die Chance ergriffen und ich bin froh darüber", sagte der 19-Jährige. Bei Familie Kempe in Dittersdorf wurde er mit offenen Armen empfangen. "Ich bin voll in das Familienleben integriert und der Traktor fährt sich genau wie der zu Hause", sagte der Teenager, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist.

Brot und Trump

Das Essen sei schon etwas anders, in Deutschland würde viel mehr Brot gegessen, er esse aber lieber Fleisch. Viele Fragen drehten sich um die Politik und den aktuellen Präsidenten, der habe aber gute und schlechte Seiten, die Medien würden sich aber zu sehr auf die negativen Aspekte konzentrieren.

Das Frage-und-Antwort-Spiel mit den Neunern lief ungezwungen ab und war amüsant. Er wohne unweit des Mississippis, erzählte Justin Wright, und nein, dort gebe es keine Alligatoren, antwortete er auf eine diesbezügliche Frage. Er spiele lieber Soccer als American Football, deshalb sei er in seinem Football-Team auch der, der die Freistöße ausführe, und etwas Deutsch habe er auch gelernt, aber das werde hier mit einem sehr starken Akzent gesprochen.

Dass er sich auch etwas Sächsisch und Erzgebirgisch angewöhnt habe, bestätigte Ute Kempe: "Justin sagt gern nee statt nein, da verbessere ich ihn immer."